Mut zu sich selbst zu stehen

Warum arbeitet ein Mensch bis zum Burnout? Es gibt drei wesentliche Antworten darauf:
  1. Man glaubt, unentbehrlich zu sein. Dies äußert sich in Gedanken wie "Ohne mich geht in der Arbeit nichts." "Wenn man nicht alles selbst macht ..." "So schön wie die möchte ich es auch mal haben." "Wer was leistet, wird belohnt." "Meine Arbeit ist mein Leben. Für etwas anderes habe ich keine Zeit."
  2. Man glaubt, mit demonstrativen Arbeitseifer seinen Arbeitsplatz erhalten zu können. Dies äußert sich darin, dass man sich nicht getraut Nein zu sagen, dass die Angst, man könnte den Chef verärgern, alles beherrscht. "Das kann ich doch nicht machen", ist die gängiste Entschuldigung der eigenen Angst vor einem Nein zu Arbeitsüberlastung. Dazu sei bemerkt: Diese Technik erhält den Arbeitsplatz nicht, denn dieser fällt aufgrund einer unternehmerischen Entscheidung weg und hier spielt Leistung keine Rolle. Sich aus Angst aufzuarbeiten lohnt sich nicht!
  3. Man glaubt, mit Arbeit private Sorgen vor sich selbst verdrängen zu können.
All diese Dinge führen über kurz oder lang zu einem Burnout, denn die Psyche des Menschen verlangt den Mut, zu sich selbst zu stehen und mit sich selbst auseinander-zusetzen.
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Burnout


Sich selbst zu auszubrennen heißt,
im Inneren ein Häufchen Asche zu werden.

Burnout - Gefahr für viele


Stress im Projekt, die Angst vor Arbeitsplatzverlust, Mehrarbeit aus Ergänzungstarifverträgen, um den Betrieb zu retten, Überstunden, um nicht negativ aufzufallen, Zweitjob, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, zu hohe Erwartungen, Zeitdruck, Terminnot, Unklarheiten in den hierarchischen Strukturen, unklare Ziele und Konzepte, wachsende Komplexität, Unüberschaubarkeit der Arbeitsabläufe, unzureichende Unterstützung durch Vorgesetzte - all das und noch viel mehr kann über Monate und Jahre hinweg zu einem Burnout-Syndrom führen. Die 10-Std-Grenze, die man als Arbeitnehmer pro Tag nicht überschreiten darf, wird in vielen Firmen täglich von vielen Mitarbeitern überschritten. Man nimmt Arbeit mit nach Hause, ein, zwei Stunden oder mehr am Wochenende ist für viele normal.

Burnout, zu deutsch ausbrennen, beginnt zunächst positiv. Viele Betroffene gehen engagiert und mit viel Elan an die Arbeit. Sie wollen sie erfolgreich zu Ende bringen. Interessante Arbeiten spornen sie an. Mehrarbeit ist willkommen, gibt sie doch Zeit, das Ziel zu erreichen. Immer mehr Arbeit häuft sich bei ihnen, sind sie doch stets da und leistungsbereit. Es entsteht der Eindruck der eigenen Unentbehrlichkeit. Das macht stolz, gibt Sicherheit.

Das Gefühl, eigentlich nie mehr richtig Zeit zu haben, kommt schleichend und geht einher mit der wachsende Verleugnung eigener Bedürfnisse. Man hat immer weniger Zeit für Freunde und Familie, den Sport, die Hobbys, private Treffen werden verschoben und immer wieder abgesagt. Nach und nach mündet das Engagement in ein Nachjagen von Terminen, Meetings, Arbeitspaketen. Planungen laufen ins Leere, rauben Zeit, die man nicht hat. Das Gefühl, es ist alles zu viel, macht sich mehr und mehr breit.

Einher geht dies mit Erschöpfung, die zunächst noch weggedrängt werden kann. Aber man spürt, dass man immer schwerer auf die Füße kommt, der Schlaf immer weniger erholsam wird. Man verdrängt, reißt sich zusammen, denn man glaubt den Zwängen nicht mehr entkommen zu können. Der Feierabend und das Wochenende reichen dazu nicht aus. Man schleppt sich zum Urlaub, hofft hier abschalten zu können. Doch der Telefonanruf des Chefs über das Handy unterbricht die Erholung, nur eine kurze Frage, deren Beantwortung Stunden am heimischen PC zur Folge hat. Es geht an die Substanz. Man wird anfällig für Erkältungs- und Durchfallerkrankungen, reagiert gereizt auf seine Umgebung, hat Magenproblem, Sodbrennen oder spürt manchmal einen dumpfen Druck auf das Herz. Man findet sich die wenigen Stunden seiner Freizeit erschöpft vor dem Fernseher wieder.

"Wir haben so viel Arbeit", heißt es, wenn man die Menschen fragt. "Es ist anders nicht zu schaffen" und manche Chefs geben deutlich zu verstehen, wenn du nicht mitmachst, dann fliegst du. Doch, die Leser unserer Seite wissen: Es ist nicht so einfach zu fliegen, schon gar nicht, wenn man nicht will.

Menschen, die Burnout-Symptome an sich feststellen, sollten darüber nachdenken, ihr Leben zu verändern. Ansonsten stehen am Ende immer häufigere Fehlzeiten, sinkende Leistung, innere Kündigung, das Gefühl der Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Man kann nicht mehr. Dann lockt die Abfindung. Man erliegt der Verlockung, um zu entfliehen. Den Arbeitsplatz, den man ursprünglich retten wollte, hat man selbst aufgegeben, weil man zu viel gearbeitet hat.

Leiden Sie unter dem Burnout Syndrom?
Hier kann man testen, ob man Anzeichen eines Burn-out-Syndroms hat.
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Was man gegen Burnout tun kann


Wehret den Anfängen ist hier der beste Rat. Je eher man Burnout erkennt, desto größer die Möglichkeit, die Sache selbst wieder in den Griff zu bekommen. Fortgeschrittenes Burnout erfordert medizinische und psychologische Hilfe.

Der erste Schritt ist, sich zu fragen, was ist für mich wichtig. Wie müsste mein Leben aussehen, damit ich mich zufrieden und glücklich fühle. Ein ausgiebiger Spaziergang alleine durch die Natur hilft, sich der Antwort auf diese Frage zu nähern.

Der zweite Schritt ist zu fragen: Was drängt mich? Was treibt mich? Wer treibt mich?

Der dritte Schritt ist zu fragen: Warum lasse ich mich treiben? Komme ich damit meinen Zielen, die ich erreichen will, wirklich näher, oder erfülle ich nur die Anforderungen und Wünsche anderer?

Der nächste Schritt ist dann, die Dinge, die drängen, aufzuteilen in: "Dringend und wichtig für mich" und in "Drängend, aber nicht wichtig für mich". Nun setze man Prioritäten. Was will ich wirklich erreichen? Was kostet mich das an Gesundheit? Muss ich für diese Ziele Freunde und Familie vernachlässigen? Warum wollte ich Familie, warum will ich Freunde? Bin ich noch ein Freund, ein Vater, eine Mutter oder funktioniere ich nur, einem Roboter gleich? Stehen diese Ziele, die ich am höchsten priorisiert habe, wirklich an oberster Stelle. Sind sie es wert, dass ich andere Ziele dafür opfere? Es empfiehlt sich, sich diese Fragen mehrmals zu stellen, mehrmals abzuwägen und zu entscheiden. Denn, es ist erstaunlich wie leicht der Mensch sich selbst belügen kann.

Dann, wenn man weiß, welche Ziele die eigenen sind und welche einem von außen aufgedrückt worden sind, muss man beginnen konsequent die Ziele zu verfolgen, die man erreichen will. Reinhold Messner sagte einmal: "Man muss wissen, wo der Berg steht". Man lege fest, welchem Ziel man diese Woche näher kommen möchte und frage sich am Abend, welchem meiner (nicht der anderen) Ziele bin ich heute einen Schritt näher gekommen. Warum bin ich ihm näher gekommen? Warum bin ich ihm nicht näher gekommen? Es hilft, wenn man sich bei seiner Wochenplanung in seinem Terminkalender einen Platz belegt, der nur den eigenen, ganz konkreten Zielen gehört. Dies kann das "Fußballspielen" mit dem Sohn sein, um wieder ein Vater zum Anfassen zu werden "der Theaterbesuch", um seinem Geist mehr als nur technische Daten zu bieten "das Lesen eines guten Buches", um andere Welten kennenzulernen "das Lernen einer Sprache" oder was immer wichtige Ziele für einen sind. Fernsehen allerdings steht Zielen im allgemeinen im Wege, zumindest das Fernsehen, was aus Gewohnheit geschieht und häufig in sinnlosem Herumzappen endet.

Macht man sich diese Gedanken immer wieder, hält an seinen Zielen fest, notiert, ob und wie man sie erreicht, dann wird man erkennen, dass Glück und Zufriedenheit sich aus vielen Dingen zusammensetzt, die den Menschen als Ganzes umfassen, physisch, sozial, mental und seinem Wunsch, Spuren zu hinterlassen. Burnout hat dann keine Chance. Und die Arbeit, die einen heute aufzufressen droht, geht leichter von der Hand. Manchmal ist weniger mehr.

Berufsunfähigkeitsrente bei Burnout


Während einige Mitarbeiter ohne Arbeit dastehen, gibt es auch Kollegen, nicht nur bei Nokia Siemens Networks, die unter viel zu großer Arbeitsbelastung leiden. Angst vor dem Arbeitsplatzverlust manchmal aber auch übersteigertes Pflichtgefühl („wenn ich das nicht mache, geht das Projekt den Bach runter“) führen dazu, dass Kollegen ihre Grenzen physisch und psychisch überschreiten.

Macht man das über eine zu lange Zeit, stellt sich irgendwann das Gefühl ein, es ist alles zu viel, ich schaff es nicht mehr. Schließlich ist der Erschöpfungszustand andauernd. Es ist auch nicht einfach sich einzugestehen, dass man ausgebrannt, depressiv, unkonzentriert und ständig müde ist. Dabei müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten. Man fühlt sich so ohnmächtig, dass man aus diesem Teufelskreis nicht mehr entfliehen kann.

Die drastische Zunahme psychischer Erkrankungen ist eine bedenkliche Entwicklung. Immer weniger Arbeitnehmer melden sich krank. Die Zahl derer, die wegen psychischer Beschwerden ausfallen, ist dagegen zwischen 2001 und 2006 um 17 Prozent gestiegen, so eine Untersuchung des BKK-Bundesverbandes. Eine alarmierende Zahl. Während die „normale“ Ausfallzeit bei 12,2 Tagen liegt, sind psychisch Kranke im Durchschnitt 30,4 Tage arbeitsunfähig. Besonders auffällig sei die Zunahme von Depressionen, so die Untersuchung weiter. Die Fehlzeiten wegen Depressionen stiegen zwischen 2001 und 2006 um 35 Prozent an und dauerten im Durchschnitt 44 Tage.

Ein kleiner Trost, so mag es auf den ersten Blick erscheinen, ist das Urteil des Landgerichtes München I, das am 23.3.2006 entschieden hat, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung bei einem Burn-out-Syndrom eine Rente zahlen muss. Den Schaden hat jedoch der Mitarbeiter, der eine bleibende Beeinträchtigung seiner Gesundheit davon trägt. Aber auch die Firma sollte erkennen, dass sich die Ausbeutung der Mitarbeiter, wie sie derzeit immer stärker betrieben wird, für sie mittelfristig nicht lohnt. Der Mitarbeiter, häufig ein Know-How-Träger fällt bei einem Burn-out-Syndrom sehr plötzlich aus. Es ist keine Zeit, das Know How, die Verbindungen zum Kunden oder Lieferanten, an andere Mitarbeiter zu übergeben.

Es liegt im Interesse aller, darauf zu achten, dass die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter nicht überhand nimmt. Die Mitarbeiter sollten vor allem selbst darauf achten, sie machen sich damit ihr ganzes Leben kaputt. Wofür?