Der Widerspruch des Gerry Gollmann

... und anderer, die den Mut fanden, nicht aufzugeben ...

von Inken Wanzek

Dieses Buch beschreibt das von einer Firma angeordnete strategische Bossing gegen Menschen, die die Firma verlassen sollten. Die Mitarbeiter wehrten sich - erfolgreich.



Das Buch erzählt eine wahre Geschichte. Es erzählt von Menschen, die den Mut fanden, um ihren Arbeitsplatz zu kämpfen und Unrecht nicht einfach hinzunehmen.
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- Mobbing / Bossing
-- Strategisches Mobbing


Inhalt

Bossing ist eine Straftat
Strategisches Bossing
Folgen für die Menschen
Gegenwehr


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Mobbing



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Herausgeber:
Inken Wanzek,
Christine Rosenboom

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Strategisches Bossing


Strategisches Bossing ist Arbeitsalltag
in vielen Unternehmen.

Bossing ist eine Straftat


Hinweise für Vorgesetzte
Mobbing ist eine Straftat. Wenn Sie nicht mit dem Staatsanwalt in Konflikt kommen wollen, sollten Sie Mobbing/Bossing unterlassen. Was aus Sie zukommen kann, wenn sie mit Mobbing/Bossing fortfahren, können Sie hier lesen.

Strategisches Bossing


Eine spezielle Form des Bossings (Mobbing durch Vorgesetzte) ist strategisches Bossing. Dies geschieht nahezu regelmäßig, wenn Konzerne Stellen abbauen. Strategisches Bossing ist gekennzeichnet durch massenhafte Mobbing-Handlungen werden, die vom Arbeitgeber mehr oder weniger heftig eingesetzt werden, um Mitarbeiter, zur Unterschrift eines Aufhebungsvertrags zu bewegen. Gemeinhin nennt man dies einvernehmliche Lösung.

Strategisches Bossing läuft in mehreren Phasen ab:

Phase 1: Angebot

Eine Gruppe von Mitarbeiter, von denen man sich die Firma trennen will, wird ausgewählt. Dabei wird gesetzlicher (Sozialauswahl), tariflichen oder betrieblich vereinbarten Kündigungsschutz nicht berücksichtigt. Häufig trifft gerade diese Mitarbeiter das strategische Bossing. Den ausgewählten Mitarbeitern wird - häufig im Rahmen einer Betriebsänderung (Stellenabbau) - ein Angebot zur Aufhebung ihres Arbeitsverhältnisses gemacht. Diese Angebote sind in der Regel in einem Interessenausgleich und Sozialplan mit dem Betriebsrat verhandelt worden. Bis hierher ist alles noch in Ordnung. Der Arbeitgeber darf einem Mitarbeiter Angebote unterbreiten.

Phase 2: Personalgespräche

Viele Mitarbeiter trifft die Mitteilung, dass man sich von ihnen trennen will, unvorbereitet; sie stehen danach unter Schock. In dieser Schocksituation werden sie zu Personalgesprächen geladen, in denen ihnen die Vor- und Nachteile eines Aufhebungsvertrags erläutert werden sollen. In der Regel hört der Mitarbeiter von den Nachteilen wenig. Von Personalabteilung und Vorgesetzten hört er jedoch immer wieder: "Hier in der Firma haben Sie keine Zukunft!"

Psychischer Druck wird durch sich immer wiederholende Gespräche aufgebaut. Das Nein eines Mitarbeiters wird nicht akzeptiert, obwohl das Bundesarbeitsgericht entschieden hat: Der Arbeitgeber muss ein Nein des Mitarbeiters zu Aufhebungsverträge aktzeptieren und darf nicht zu weiteren Personalgesprächen laden. Der Arbeitgeber kann nach neuster Rechtsprechung den Arbeitnehmer nicht mittels seines Direktionsrechts zu Personalgesprächen zwingen, wenn diese nur zum Ziel haben, das Arbeitsverhältnis zu beenden oder eine sonstige Vertragsänderung herbei zu führen (BAG 2. Senat, 23.06.2009, 2 AZR 606/08 zu §314 Abs 2 BGB, §106 GeWO).

Phase 3: Abeitsentzug

Allen diesen Mitarbeitern wird die Arbeit vollständig entzogen, obwohl dieser Arbeitsentzug gegen den Arbeitsvertrag verstößt. Dies führt im Laufe der Zeit zur Entfremdung vom normalen Arbeitsprozess und vor allem zu Unzufriedenheit, verbunden mit der oft monatelang anhaltenden Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren.

Phase 4: Zwang zur Bewerbung

Die Mitarbeiter werden aufgefordert, sich intern und extern zu bewerben. All diese Maßnahmen der Vorgesetzten verstoßen gegen das Arbeits- und Strafrecht.

Hinweis: Bewerbung ist Privatsache!

Der Arbeitgeber und damit auch kein Vorgesetzter hat kein Recht, einen Mitarbeiter zu Bewerbungen zu zwingen oder gar den Status der Bewerbungen abzufragen. Solche Bewerbungsreviews sind nicht erlaubt! Es liegt allein in der Entscheidung des Mitarbeiters, ob er dem Vorgesetzten über seine Bewerbungstätigkeiten berichtet. Wir raten dringend davor ab, Auskunft zu geben.

Es liegt ein eindeutiger Verstoß des Arbeitgebers gegen seine vertraglichen Nebenpflichten und gegen das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers vor. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Persönlichkeit und die Privatsphäre seiner Arbeitnehmer zu schützen.

Dieses "an den Pranger stellen" sowie die weiteren Druck erzeugenden Maßnahmen sind Mobbing durch Vorgesetzte (Bossing). Es setzt die Mitarbeiter unter einen permanenten psychischen Druck. Ziel dieser Maßnahme ist die Ausgrenzung des Mitarbeiters aus der Gruppe. Zum einen zieht er sich selbst über kurz oder lang in sich zurück, um mit der Situation überhaupt noch umgehen zu können, zum anderen wissen seine Kollegen in der Regel nicht, mit der Situation umzugehen, haben Angst die nächsten auf der "schwarzen Liste der Freiwilligkeit" zu sein. Die Folge: Sie ziehen sich ihrerseits zurück.

Phase 5: Herabwürdigung

Nun folgen weitere mobbing-typische Maßnahmen: Entzug von Informationen und Arbeitsmitteln, Separation von den Kollegen. Drohung mit einer Versetzung in weit entfernte Standorte und damit mit einer Zerstörung des Familienlebens. Diese Maßnahmen werden zum größten Teil von der Betriebsleitung und Personalabteilung angeordnet, aber von den jeweiligen Vorgesetzten dann in unterschiedlicher Intensität ausgeführt.

Die Firma stellt die bisherige Tätigkeit in herabwürdigender Weise dar, auch belegbare Qualifikationen werden ignoriert, Einarbeitungszeiten für Vergleichsstellen durchweg viel zu hoch angegeben. So geschehen in Schriftsätzen zur Erwiderung einer Kündigungsschutzklage. Manch einer braucht mehrere Tage, um sich von dieser Lektüre zu erholen.

Phase 6: Freiwild

Diese Mitarbeiter werden quasi zum Mobben freigegeben, d.h. Vorgesetzte oder auch Kollegen handeln teilweise in eigener Initiative, z.T. wohl um selbst Vorteile daraus zu ziehen, in mobbing-typischer Weise. Trotz offensichtlicher Sinnlosigkeit der Arbeit wird z.B. an den Arbeitsergebnissen kleinlich herumkritisiert. Statt ihre Fürsorgepflicht auszuüben, billigen Vorgesetzte aller Ebenen dieses Verhalten. Klagen am Arbeitsgericht sind zwar möglich, das Warten auf das Urteil zermürbt aber weiter. Arbeitsgerichts-Urteile werden nicht oder nur formalistisch umgesetzt. Bei den Betroffenen macht sich ein Ohnmachtsgefühl breit.

Weiter werden die Mitarbeiter mit Aufhebungsverträgen bedrängt. Dazu werden die Mitarbeiter teilweise in kurzen Abständen (machmal mehrmals in der Woche) zur Personalabteilung gebeten. Viele MitarbeiterInnen empfinden dies als massiven Druck. NCI empfiehlt zu solchen Gesprächen einen Betriebsrat mitzunehmen.

Parallel dazu findet statt:

Folgen für die Menschen


Für die Betroffenen und deren Angehörige

Auch die Drohung mit diesen Folgen verwenden manche Vorgesetzten als Mobbinginstrument.

Für das Betriebsklima, die Firmenkultur


Was man gegen Bossing?


siehe dazu auch Mobbing

Lasst Bossing nicht zu!

Wehrt Euch gegen Bossing!

Wenn Kollegen und Betroffene zusammenhalten, greifen Mobbingmaßnahmen nicht!