Freiraum Toilette

1 m breit, 1,50 m lang, weiß, durchbrochen von Chrom. Die Türklinke ist aus Chrom, der Toilettenpapierhalter weiß, der Raum gefliest, kahl. Es gibt keine Fenster. Es ist der Raum, der mich schützt. Niemand kann hierher kommen - niemand. Mein Chef nicht, meine Kollegen nicht. Ich bin hier allein. Ich spüre die Ruhe. Nur das Rauschen einer Wasserleitung ist zu hören. Sie tut mir nichts. Sie ist kein Mensch. Die Toilettentür ist an einer Stelle beschädigt - so wie ich.

Ich könnte hier sterben. Es würde niemand merken. Sie würden mich nicht vermissen. Sie würden die Zeit nutzen, sich Fragen zu überlegen, wo ich so lange war, Fragen, die einem Maschinen-gewehr gleich auf mich abgeschossen werden ohne Pause, ohne Gnade. Hier können sie es nicht, nicht hier in meinem Freiraum. Ich will ihn nicht verlassen. Die Zeit steht still hier. Der Tod wird zum Freund. Er würde verhindern, dass ich den Schutzraum wieder verlassen muss. Vielleicht würde jemand das Licht ausmachen. Merken würde niemand, dass ich hier bin und während ich dem Tod entgegen schlafe, überlegt sich mein Chef, was er tun könnte, nur um mir einen Strick daraus zu drehen, weil ich nicht da bin für seine Worte, die mich drangsalieren, sondern hier in meinem Freiraum Toilette.

Den Strick habe ich mitgenommen - hierher. Er hat ihn gut gedreht. Er ist fest. Er bietet kein Entkommen. Er schnürt mir die Luft ab. Er ermordet mich. Er zieht ihn fester und fester, so dass ich keine Chance habe, Luft zu atmen. Er zieht mich fester in den Tod, den ich nicht mehr fürchte, der mir nichts tut, der bereit ist, mich aufzunehmen. Der Tod hat mir die Freiheit gegeben, einen Ausweg gezeigt, so dass ich überleben kann - für dieses Mal - hier in meinem Freiraum, der es mir ermöglicht, endgültig zu fliehen. Ich weiß, wo ich hingehen kann, wenn ich sie nicht mehr ertrage. Von dort kann mich niemand mehr zurückholen.

Ich gehe hinaus, schließe die Tür, mache das Licht aus. Ich gehe zurück zu ihnen - warum eigentlich? Vielleicht habe ich dem Tod nicht geglaubt, dass er mir nichts tut, denn mir tut jeder etwas - nur in meinem Freiraum nicht.
(01.12.2004, geschrieben von einem Menschen, der in seiner Firma gemobbt wurde)

Der Widerspruch des Gerry Gollmann

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- Mobbing / Bossing


Inhalt

Nein zu Mobbing
Einleitung
Definition
Mobbing ist eine Straftat
Was kann der Betroffene tun?
Was können Kollegen tun?
Das kann ein Betriebsrat tun


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Mobbing



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Herausgeber:
Inken Wanzek,
Christine Rosenboom

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Mobbing / Bossing


Mobbing ist psychische Gewalt
und greift die Würde des Opfers an.

Hinweise für Vorgesetzte
Mobbing ist eine Straftat. Wenn Sie nicht mit dem Staatsanwalt in Konflikt kommen wollen, sollten Sie Mobbing/Bossing unterlassen. Was aus Sie zukommen kann, wenn sie mit Mobbing/Bossing fortfahren, können Sie hier lesen.

Mobbing ist nicht zu entschuldigen, denn ...


Mobbing ist psychische Gewalt

und kann bis zum Selbstmord führen.
zerstört die Persönlichkeit eines Menschen
Die Opfer leiden oft ein Leben lang.

Der Mobber und der Zuschauer

nehmen den Tod des Opfers bewusst in Kauf.
Das alles nur, weil Sie zu feige sind, etwas zu sagen?

Wollen Sie das?
Niemand sollte wegschauen!



Einleitung


Mobbing ist leider ein verbreitetes Mittel, um Arbeitnehmer aus dem Betrieb zu entfernen. Manche Vorgesetzte und Personalbetreuer wenden Mobbing ohne Bedenken an, mit dem Ziel die "freiwillige" Unterschrift unter einen Aufhebungsvertrag zu erzwingen. Was viele nicht wissen ist: Mobbing ist eine Strafttat und kann zu arbeitsrechtliche, strafrechtlichen und zivilrechtlichen Folgen für den Mobber führen.

Was jeder wissen sollte: Mobbing zerstört den Menschen psychisch und physisch. Der Mobber und jeder, der dabei zuschaut nimmt lebenslanges Leiden oder den Tod seines Mobbingopfers billigend in Kauf. Wollen Sie ein solcher Vorgesetzter oder Kollege sein?

Doch gegen Mobbing kann man sich auch wehren. Doch hier gilt: Wehret den Anfängen.

Was ist Mobbing?

Man spricht dann von Mobbing , wenn Mobbing-Handlungen systematisch, häufig und während eines längeren Zeitraums auftreten. Mobbing-Handlungen sind z.B.:


Mobbing ist eine Straftat



  1. Arbeitsrechtliche Konsequenzen Der Arbeitgeber kann Sie fristlos kündigen. Es ist ihm unzumutbar, einen Arbeitnehmer zu beschäftigen, der andere unter psychischen Druck setzt. Diese Kündigung kann auch ohne Abmahnung erfolgen, da hier Leben und Gesundheit der Mitarbeiter in unmittelbarer Gefahr ist.
  2. Strafrechtliche Konsequenzen
    • Eine Strafanzeige richtet sich gegen den Täter. Dies ist in der Regel der direkte Vorgesetzte - nicht die Firma oder die Personalabteilung.
    • Glauben Sie im Ernst, dass Ihr Vorgesetzter zu Ihnen hält, wenn Anzeige wegen Mobbing gegen Sie erstattet wird. Bei entsprechendem Anfangsverdacht ist die Staatsanwaltschaft verpflichtet gegen Sie zu ermitteln (§§152 II StPO), und falls sich dieser Verdacht bestätigt, Anklage zu erheben (§170 I StPO).
    • Eine Strafanzeige kann jeder stellen, der den Verdacht hat, dass eine Straftat vorliegt.
    • Sie können und müssen sich weigern, Mobbing durchzuführen. Sie begehen die Straftat.
    • Weisen Sie einen Mitarbeiter an, einen anderen unter Druck zu setzen und rechtswidrige Mittel einzusetzen, um einen anderen Mitarbeiter zu einer "freiwilligen" Maßnahme zu zwingen, dann stiften Sie zu einer Straftat an. Dies wird genauso bestraft wie die Tat selbst (§26 StGB). Auch dies kann zu einer fristlosen Kündigung führen.
  3. Zivilrechtliche Konsequenzen Das Opfer kann Schadensersatz wegen unerlaubter Handlung (§ 823 BGB) gegen Sie, nicht gegen die Firma, stellen und Schmerzengeld oder eine lebenslange Rente fordern.
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Was kann ich als Betroffener tun?


Wer gemobbt wird, muss sofort was dagegen tun. Viele vertuschen die Situation, um nicht im Kollegenkreis als Jammerlappen da zu stehen. Diese Isolierung hilft nur einem - dem Mobber. Je länger Sie warten, desto geringer wird Ihre Kraft. Mobbing kann man alleine nicht durchstehen. Isolieren Sie sich nicht. Isolation ist Ihr größter Feind. Darum:
  1. Reden Sie offen mit Ihrer Familie und Freunden

    Suchen Sie sich zu Hause, in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis Hilfe. Seien Sie offen. Spielen Sie die Situation nicht herunter, sondern reden Sie. So können Ihre Freunde, Ihr Partner einschätzen, was mit Ihnen los ist.
  2. Suchen Sie sich bewusst Verbündete im Kollegenkreis

    Erzählen Sie Kollegen, denen Sie vertrauen, dass Sie gemobbt werden. Bitten Sie sie um Hilfe. Wehren Sie sich mit Hilfe Ihrer Kollegen. Diese Hilfe beginnt bei einfachen Zuhören bis hin zur gemeinsamen Gegenwehr unter Einschaltung des Betriebsrats.
  3. Wenden Sie sich an den Betriebsrat Ihres Vertrauens

    Es ist wichtig, dass Sie zu dem Betriebsrat, Vertrauen haben. Seien Sie offen, erläutern Sie ihm mit Hilfe Ihres Mobbingtagebuchs die Situation. Ein Betriebsrat kann den Mobbingvorfall im Unternehmen zur Sprache bringen, damit disziplinarische Maßnahmen gegen den Mobbenden eingeleitet werden.
  4. Mobbing-Folgen verhindern

    • bei psychischen Problemen einen Psychotherapeuten aufsuchen.
    • bei körperlichen Symptomen zum Arzt gehen.
    • ganz allgemein etwas für die Gesundheit tun: Ernährung, Bewegung, Schlaf, Entspannung, Körpergewicht, Fitness, Genussmittel.
    • jedem Tag einen Sinn geben, sich Ziele setzen.
    • mehr Zeit für Familie und Partnerschaft.
    • sich fortbilden, um der beruflichen Dequalifikation entgegenzuwirken.
    • etwas für das Selbstbewusstsein tun: ehrenamtliche Tätigkeit, soziale Kontakte intensivieren, Sport, Hobbys, Äusseres nicht vernachlässigen.
    • sich nicht isolieren, über seine Probleme sprechen, aber sie nicht zum einzigen Thema machen.
    • andere Mobbing-Opfer unterstützen, sie aus der Isolation holen.
  5. Beschwerde einlegen

    Beim Arbeitgeber eine schriftliche Beschwerde einlegen (BetrVG §84).
  6. Führen Sie ein Mobbingtagebuch

    Dieses hilft, die Situation festzuhalten und zu verarbeiten. Notieren Sie die Vorfälle mit Namen, Datum, Uhrzeit. Schreiben Sie auf, wie Sie sich in den einzelnen Situationen gefühlt haben. Dieses Mobbingtagebuch dient auch in einem Gerichtsprozess als Beweis. Es wird von den Gerichten anerkannt.
  7. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt

    Erläutern Sie ihm mit Hilfe Ihres Mobbingtagebuchs die Situation. Meist hilft schon ein Brief eines Anwalts, um das Mobbing zu beenden. Warten Sie nicht zu lange damit.

Was können Kollegen tun?

Leider halten sich viele Kollegen, um keinen Ärger zu bekommen, heraus, wenn sie sehen, dass jemand schikaniert wird. Sie werden, ob sie es wollen oder nicht, damit zum Mittäter. Mobbing funktioniert nicht, wenn die Kollegen nicht mitmachen und es nicht schweigend dulden. Darum:

Das kann ein Betriebsrat tun