Arbeitsplatz in Gefahr - das sind Ihre Rechte

von Inken Wanzek und
Christine Rosenboom




Das Buch ist aus der Praxis für die Praxis geschrieben und deckt alle Themen ab, die zum Verlust des Arbeitsplatzes führen können.
Weitere Informationen

Google
nci-net.de




Portal

Home
Arbeitsplatz
- Personalgespräche


Inhalt

Einleitung
Verhalten
Vorbereitung
Recht auf Betriebsrat
AG muss Nein akzeptieren
Floskeln


Weiter lesen über ...

Personalgespräche
Trennungsgespräche
BAG Urteil



Impressum

Herausgeber:
Inken Wanzek,
Christine Rosenboom

Impressum
Nutzungsbedingungen
Disclaimer
Haftungsausschluss

Besucher
seit 22.02.03

Personalgespräche


Nein ist manchmal ein schweres Wort

Einleitung


Personalgespräche, insbesondere, wenn es sich um Trennungsgespräche handelt, sind häufig für den Mitarbeiter sehr belastend. Er sitzt einem geschulten Personalmanager gegenüber, der nur ein Ziel verfolgt: Ihn zum Gehen zu bewegen.

Es gibt einige wirksame Tricks wie man Personalgespräche durchstehen kann und wie man es trotz starken Drängens des Vorgesetzten oder Personalmanagers schafft, standhaft bei seinem Nein zu bleiben.


     

Verhalten im Personalgespräch

  1. Man muss nicht auf alle Fragen antworten

    Der normale Mensch unter normalen Lebensumständen ist es gewohnt in einem Gespräch auf den Gesprächspartner, auf seine Fragen und Vorstellungen einzugehen. Nicht so in einem Personalgespräch.Die Personalbetreuer versuchen den Mitarbeiter häufig durch Fragen in die Enge zu treiben. Aus den Antworten erfahren sie eine Menge, vor allem die Schwachstellen des Mitarbeiters. Aus Frage und Antwort wird dann ein (scheinbares) Logikgebäude gebaut werden, dass den Mitarbeiter überzeugen soll, dass es für ihn das beste ist zu gehen.

  2. Sich nicht verteidigen!

    Bei Angeboten wie Aufhebungsvertrag oder Beschäftigungsgesellschaft will der Arbeitgeber etwas von einem. Es ist ein Angebot und nicht mehr! Man muss sich also nicht verteidigen, wenn man Nein zu diesem Angebot sagt. Man begründet einem Staubsaugervertreter ja auch nicht ausführlich, dass man nichts an der Tür kaufen will. Man macht einfach die Tür zu.

  3. Nicht überzeugen wollen

    Man sollte nicht zulassen, dass die Gesprächssituation sich umkehrt. Der Arbeitgeber, der das Angebot macht, muss überzeugen, nicht der Arbeitnehmer, der es nicht annehmen will. Für letzteren genügt ein klares deutliches Nein. Ein "vielleicht" oder "ich überlege es mir nochmal" animiert den Staubsaugervertreter weiter zu verhandeln. Also macht es ihm nicht unnötig schwer und sagt gleich "nein", wenn ihr das Angebot nicht annehmen wollt.

  4. Schweigen ist eines der einfachsten und wirkungsvollsten Mitteln

    Gibt der Arbeitgeber nicht auf, hat mein klar und deutlich "Nein" gesagt und wird doch immer wieder zu Personalgesprächen gerufen, dann ist das beste Mittel, während des ganzen Gespräches zu schweigen. Das ist einfach und irritiert Personalberater sehr. Mit Schweigen übersteht man ein solches Personalgespräch relativ stressfrei.





Also, futtern muss man nicht gerade in Personalgesprächen.
Nicht, dass die PA was abhaben will!





Personalgespräch vorbereiten


Vor dem Personalgespräch sollte man sich über folgende Punkte klar werden. Diese Punkt sollte man sich notieren und in das Personalgespräch mitnehmen. Der Vorgesetzte oder Personalberater sollte jedoch keinen Einblick in diese Notizen nehmen. Er hat kein Recht dazu.
  1. Was will ich?

    So verliert man seine Ziel nicht aus den Augen.

  2. Was will ich auf keinen Fall?

    Dieser Punkt ist sehr wichtig. Hier darf man in einem Gespräch auf keinen Fall nachgeben. Ergeben sich während des Gesprächs Aspekte, die überlegenswert sind, sage man, "ich nehme es mit und überlege es mir in Ruhe."

  3. In welchen Punkten kann ich nachgeben?

    Diese notiere man sich in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit. Am besten man vergibt drei Prioritäten.

  4. Punkte mit dem Betriebsrat durchsprechen

    Nimmt man einen Betriebsrat zum Personalgespräch mit, sollte man vor dem Personalgespräch in Ruhe mit ihm besprechen, was man will und was man nicht will. Ein Betriebsrat hat nämlich kein Recht, dass, was er für richtig hält über den Kopf des Mitarbeiters zu verhandeln. Wenn er allerdings nicht weiß, was der Mitarbeiter will, dann kann das ohne böse Absicht passieren. Läuft etwas im Personalgespräch zwischen Betriebsrat und Mitarbeiter schief, sollte der Mitarbeiter offen mit dem Betriebsrat sprechen. Ein guter Betriebsrat wird dafür dankbar sein, einen schlechten, muss man wechseln.

Das Recht einen Betriebsrat mitzunehmen


  1. Das Recht, einen Betriebsrat mitzunehmen

    Jeder Mitarbeiter hat das Recht zu einem Personalgespräch ein Betriebsratsmitglied seines Vertrauens mitzunehmen. "Seines Vertrauen" bedeutet, dass der Arbeitnehmer, sich den Betriebsrat, das ihn begleiten soll, aussuchen kann. Er muss nicht irgend jemanden akzeptieren, schon gar keinen, den der Arbeitgeber vorschlägt. In diesem Fall sollte man auf jeden Fall einen anderen Betriebsrat mitnehmen, denn es gibt leider Betriebsräte, die auf Arbeitgeberseite stehen. Hat der vom Mitarbeiter gewünschte Betriebsrat keine Zeit, weil er andersweitig tätig ist, muss das Personalgespräch verschoben werden.

    Zu einem (unerwünschten) Personalgespräch sollte man unbedingt einen Betriebsrat seines Vertrauen mitnehmen. Es ist immer ungünstig, wenn beispielsweise der Vorgesetzte und ein Personalberater einem (allein) gegenübersitzen. Im Zweifelsfall steht es sonst bei Zeugenaussagen über eine eskalierte Situation immer 2:1.

  2. Das Recht, ein Personalgespräch abzubrechen

    Entsteht aus einem Fachgespräch überraschend ein (unerwünschtes) Personalgespräch, eventuell sogar noch mit einem Personalberater als dritte Person, dann hat man das Recht, dieses Gespräch mit dem Hinweis, man möchte einen Betriebsrat hinzuziehen, abzubrechen.

    Niemand muss sich stundenlang Schikanen von Vorgesetzten gefallen lassen. Man hat das Recht, das Personalgespräch abzubrechen. Anschließend sollte man eine Gesprächsnotiz verfassen und die Vorfälle so genau wie möglich festhalten.

    Man hat das Recht, jederzeit ein Personalgespräch zu unterbrechen, auch dies geht leichter, wenn ein Betriebrat dabei ist.

  3. Bei Angriffen antwortet der Betriebsrat


Arbeitgeber muss ein Nein akzeptieren


Das Arbeitsgericht Berlin hat am 1.12.2003 folgendes erlassen:
"Der Beklagten wird im Wege einstweiliger Verfügung aufgegeben ... zu unterlassen, mit dem Kläger Trennungsgepräche zu führen, sofern dieser nicht selber zu Trennungsgesprächen auf sie zukommt".

Ein Mitarbeiter hatte dagegen geklagt, dass seine Firma ihn ständig mit Trennungsgesprächen unter Druck setzt. Die Urteilsbegründung beinhalten im wesentlichen, dass es eine Nebenpflicht des Arbeitgebers sei, das "Nein" eines Mitarbeiters zur einvernehmlichen Trennung zu aktzeptieren.



Der 2. Senat des Bundesarbeitsgerichts hat in seinem Urteil vom 23.06.2009 (2 AZR 606/08) erklärt, dass keine Verpflichtung für Arbeitnehmer besteht, an Personalgesprächen teilzunehmen, die zum Ziel eine Vertragsänderung haben.
BAG Urteil



Floskeln

Personalberater und Vorgesetzte benutzen häufig Floskeln, die sie gezielt einsetzen, um den Mitarbeiter wie in einem Verkaufsgespräch zu überzeugen. Einige sind: