Wie Personalchefs auf Ihr Zeugnis sehen

Auf die kleinen Worte kommt es an. Deshalb lesen Sie sich Ihr Zeugnis aufmerksam durch und reklamieren Sie rechtzeitig.

Arbeitgeber analysieren Ihr Zeugnis unter folgenden Gesichtspunkten:
- Aussehen
- Art und Inhalt Ihrer Tätigkeit
- Leistungen und Arbeitserfolg
- Fähigkeiten (Hard- und Softskills)
- zwischenmenschliches Verhalten
- Grund des Ausscheidens
- Gesamteindruck
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Inhalt

Zwischenzeugnis

Zwischenzeugnis

Endzeugnis

Grundsätze
Unzulässiger Inhalt
Form
Einleitung
Tätigkeit
Leistung
Führung
Austrittsgrund
Schlussformel

Geheimsprache

Negative Beurteilung
Markierungen


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Zeugnis



Impressum

Herausgeber:
Inken Wanzek,
Christine Rosenboom

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Zeugnis


Was positiv klingt, ist es noch lange nicht

Zwischenzeugnis


Ein Zwischenzeugnis kann man sich nach Rechtssprechung immer dann ausstellen lassen, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Triftige Gründe sind, z.B.: Das Zwischenzeugnis sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es bildet nämlich die Grundlage für das Endzeugnis. Die "Note" des Zwischenzeugnis wird auch im Endzeugnis vergeben. Der Arbeitgeber kann zwar eine gleiche Bewertung im Endzeugnis mit anderen Worten oder Formulierungen ausdrücken, die Endnote aber muss die gleiche bleiben. Daher sind die Formulierungen wie bei einem Zeugnis anzuwenden. Auf den Satz "das ist ja nur ein Zwischenzeugnis, im Endzeugnis formulieren wir das anständig, sollte man sich nicht einlassen.

Hat man einmal eine bestimmte Bewertung in einem Zwischenzeugnis akzeptiert, kann man im Endzeugnis nicht auf eine gänzlich andere - meist bessere - Formulierung drängen. Wer also z.B. nach einem Betriebsübergang in einem Zwischenzeugnis die Formulierung "zu unserer vollen Zufriedenheit" akzeptiert hat, kann nicht später ein Zeugnis mit der Bewertung "stets zu unserer vollen Zufriedenheit" fordern. Ausnahme: Er kann überzeugend darlegen, bei welchen Punkten und auf welche Weise sich seine Leistungen verbessert haben." Im Endzeugnis darf kein Verweis auf ein Zwischenzeugnis enthalten sein. Hier muss das gesamte Arbeitsverhältnis noch einmal detailliert aufgelistet werden.

Endzeugnis


Grundsätze

Ein Zeugnis muss wahr, aber wohlwollend sein. Es darf keine Formulierungen enthalten, die den Berufsweg des Arbeitnehmers unnötig erschweren. Es muss klar und verständlich formuliert sein und darf keine Merkmale und Formulierungen in mehrdeutiger oder verschlüsselter Form enthalten.

Unzulässiger Inhalt

Darunter fallen einmalige Vorfälle oder Umstände, Betriebsrats-, Gewerkschaftstätigkeit, außerdienstliches Verhalten, Beendigungsgrund, wenn der Arbeitnehmer dies nicht wünscht.

Form

Das Zeugnis muss schriftlich abgefasst werden. Die elektronische Form ist nicht zulässig. Das Zeugnis muss auf dem Geschäftspapier der Firma geschrieben sein, den Namen und die Anschrift des Ausstellers enthalten.

Es darf keine Flecken, Knicke, kleine Striche am Rande usw. enthalten, kurz es muss ordentlich aussehen. Das Zeugnis darf keine Rechtschreibfehler enthalten und keine Seitenzahl auf der ersten Seite. All diese Schlampereien deuten darauf hin, dass man mit dem Mitarbeiter nicht zufrieden war.

Je nach Dauer der Unternehmenszugehörigkeit bzw. der Anzahl der ausgeübten Tätigkeiten sollte ein Zeugnis ein bis zwei DIN A4 Seiten lang sein. In einem Zeugnis muss das gesamte Arbeitsverhältnis detailliert dargestellt sein. Aufzählungen, in Listenform sind nicht formgerecht.

Das Datum des Zeugnisses sollte identisch mit dem Austrittsdatum oder aber diesem sehr nahe liegen.

Einleitung

Das Zeugnis beginnt immer mit folgenden einleitenden Satz:

Frau/Herr ... (geborene ...) am ... in .. war vom ... bis ... in unserem Unternehmen tätig.

Beschreibung der Tätigkeiten

Danach folgt eine genaue Beschreibung der Tätigkeiten, die während der Dauer der Firmenzugehörigkeit ausgeübt wurden:

Vom ... bis .. war sie/er im Bereich ... als .. tätig. Ihr/Sein Aufgabengebiet umfasste ... Zum ... (Datum) wechselte her/Frau ... in den Unternehmensbereich ... Hier war sie/er als ... beschäftigt. Das Tätigkeitsfeld im Zeitraum von ... bis ... umfasste folgende Aufgaben ...

Beurteilung der Leistung

Dann folgt die Beurteilung der Leistung. Wir empfehlen zur Vermeidung von Missverständnissen auf die anerkannten Formulierungen in Zeugnissen zu achten. Manchen Vorgesetzen gefallen diese Formulierungen nicht, weil sie oft etwas geschraubt klingen, aber es hilft nichts, das Zeugnis bestimmt die Zukunft Ihres Mitarbeiters mit.

Sie/Er hat die ihr/ihm übertragenen Aufgaben (weitgehend) selbständig, zügig, zuverlässig, termingereicht/mit Fleiß und Einsatzbereitschaft .... und zu unserer ... Zufriedenheit erledigt.

Dabei gilt:
Hervorragende Leistung Erstklassiges Fachwissen, motivierende Zusammenarbeit, absolute Identifikation, unternehmerisches Denken und Handeln
Sehr gut stets und uneingeschränkt größte Zufriedenheit; stets zur vollsten Zufriedenheit
Gut stets und uneingeschränkt volle Zufriedenheit; stets volle Zufriedenheit
Befriedigend stets und uneingeschränkt zur Zufriedenheit; stets zur Zufriedenheit
Ausreichend durchweg und durchaus zur Zufriedenheit; im Großen und Ganzen zur Zufriedenheit
Mangelhaft bemühte sich stets zur Zufriedenheit; bemühte sich zur Zufriedenheit
Ungenügend Aufgaben entsprachen nicht den Eignungen und Fähigkeiten; Arbeitsergebnisse entsprachen nicht den Anforderungen der Stelle


Beurteilung der Führung

Dann folgt die Beurteilung der Führung. Führung und Leistung können auch in der Reihenfolge vertauscht sein.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten (ggf. Kunden) und Kollegen (bei Führungskräften auch Mitarbeiter) war ...

Sehr gut jederzeit einwandfrei; stets vorbildlich
Gut einwandfrei; vorbildlich
Befriedigend stets korrekt; jederzeit gut
Ausreichend korrekt; gaben keinen Anlass zu Beanstandungen
Mangelhaft im allgemeinen korrekt/angemessen
Ungenügend angemessen; er/sie war um ein gutes Verhältnis zu Vorgesetzten und Mitarbeitern bemüht.


Austrittsgrund

Nun der Schluss Der Schluss gibt den Austrittsgrund an. Möchte der Mitarbeiter nicht, dass der Austrittsgrund genannt wird, ist er wegzulassen

Herr/Frau ... verlässt unser Unternehmen ... (Formulierung des Austrittgrundes) zum ... (Datum)

Ende der Elternzeit, Umzug, Studium, familiäre Grunde etc auf eigenen Wunsch
aus betriebsbedingten, personenbedingten, verhaltensbedingten Gründen im gegenseitigen/beiderseitigen Einvernehmen
Pensionierung Erreichen der Altersgrenze
Firmenseitige Kündigung Es kann angegeben werden: Das Dienstverhältnis endet am ...
Bei fristloser Kündigung Das Dienstverhältnis endet am heutigen Tag.


Schlussformel

Wir bedauern ihr/sein Ausscheiden (sehr) und wünschen ihr/ihm für die Zukunft alles Gute.
oder
"Für die Zukunft wünschen wir .. alles Gute und weiterhin viel Erfolg"

Diese Schlussformel wird in der Regel immer verwendet. Ausnahmsweise kann darauf bei firmenseitiger Kündigung oder unbefriedigender Leistung verzichtet werden.

Das Zeugnis muss von einem deutlich ranghöheren Mitarbeiter bzw. einen Vertreter der Firmenleitung unterschreiben sein.

Geheimsprache


Negative Berurteilung

... erledigte alle Aufgaben mit großem Fleiß und Interesse
= eifrig, aber erfolglos

... hat alle übertragenen Aufgaben ordnungsgemäß erledigt
= eine Bürokraft ohne Phantasie und ohne eigene Ideen

... war tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen
= war ein unangenehmer Mitarbeiter und Zeitgenosse

... war wegen seiner Pünktlichkeit stets ein gutes Vorbild
= totale Niete

... lernten wir als umgänglichen Kollegen kennen
= so besonders möchte ihn niemand

... trug durch seine Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas bei
= Alkoholiker und Faulpelz

... bewies stets Einfühlungsvermögen für die Belange der Belegschaft
= suchte Sexkontakte bei Mitarbeiterinnen

... bewies ein umfassendes Einfühlungsvermögen für die Belegschaft
= ist homosexuell veranlagt

... galt im Kollegenkreis als toleranter Mitarbeiter
= für den Betriebsrat ein echter Kumpel, für die Vorgesetzten ein harter Brocken.

Markierungen

Ein Punkt am Rand signalisiert Gewerkschaftszugehörigkeit

Ein Strich, Mitglied einer linksgerichteten Organisation

Seitenzahl auf der ersten Seite = grottenschlechter Mitarbeiter, egal was im Zeugnis steht

Tippfehler = Hinweise auf schlechten Mitarbeiter

Datum des Zeugnisses sollte identisch mit dem Austrittsdatum oder aber diesem zeitlich sehr nahe bleiben. Sonst vermutet man eine Trennung im Streit oder juristischer Auseinandersetzung. Tipp: Wenn Sie lange auf Ihr Zeugnis warten müssen, bitten Sie um Rückdatierung.