Grundsätzliches

Betriebsräte sind der Anwalt der Belegschaft. Kein Anwalt würde sich auf die Gegenseite stellen.

Nur Wissen befähigt, mit dem Arbeitgeber auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln

Man muss dem Arbeitgeber doch entgegenkommen, ist der größte Irrtum von Betriebsräten. Entgegenkommen ohne zu verhandeln, heißt um des lieben Friedens willen nachgeben. Verhandeln heißt Interessen durchsetzen.
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Aufgabe des BR
Co- und Konfliktmanagement
Kooperation BR/Belegschaft
Stellvertreterpolitik
Schmusekurs


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BR-Strategien


Betriebsräte sind der Anwalt der Belegschaft
Kein Anwalt würde sich auf die Gegenseite stellen.

Aufgabe des Betriebsrats


Das Betriebsverfassungsgesetz §2 schreibt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber vor. Was aber heißt das?

Zunächst muss sich ein Betriebsrat bewusst machen, dass er kein Vermittler zwischen Arbeitgeber und Belegschaft ist, sondern die Interessen der Belegschaft vertritt. Dies ist mit einem Anwalt zu vergleichen, der die Interessen seines Mandanten vertritt. Ein guter Anwalt wird sich nie auf die Seite des Gegners stellen. Würde ein Anwalt dies würde er sich wegen Parteienverrats strafbar machen.

Daher: Ein Betriebsrat ist der Anwalt der Belegschaft. Als solcher muss er mit dem Arbeitgeber auf gleicher Augenhöhe verhandeln.

Co- und Konfliktmanagement


Ein guter Betriebsrat muss "Nein" sagen können, wenn für die Belegschaft Nachteile zu erwarten sind. Er muss aber auch erkennen, wo er "Ja" sagen kann. Kurz: Er muss fähig sein, nach einer Einigung zu suchen, muss aber gleichzeitig in der Lage sein, Konflikte auszuhalten. Er muss nachgeben können, die Interessen der Belegschaft aus den Augen zu verlieren. Das Schlagwort dazu ist. Er muss wissen, wie die Mittel des Co- und Konfliktmanagements je nach Situation einzusetzen sind.

Die rechtlichen Mittel, die dem Betriebsrat zur Verfügung stehen, hängen natürlich vom Problem ab. Der Betriebsrat ist aber nicht auf sich allein angewiesen, sondern kann sich bei Bedarf kompetente Hilfe holen. Er hat das Recht beispielsweise einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Der Betriebsrat muss also in der Lage sein, einzuschätzen, wo er an seine Grenzen stößt. Auch im normalen beruflichen Alltag zieht man bei Bedarf die Experten für ein Spezialgebiet hinzu, das ist ganz selbstverständlich.

Kooperation zwischen Betriebsrat und Belegschaft


Der Betriebsrat informiert die Belegschaft regelmäßig über erarbeitete Lösungen, Alternativen und Handlungsoptionen und tritt in einen Dialog mit der Belegschaft. Dies kann in Betriebs- oder Abteilungsversammlungen erfolgen, über Einzel- und Gruppenberatungen, über die Betriebsratshomepage,(private) E-Mail etc. Dadurch wird die Belegschaft, insbesondere in schwierigen Situationen wie Stellenabbau, frühzeitig eingebunden und informiert.

Das Gefühl informiert zu werden, Durch offene und klare Kommunikation zwischen Betriebsrat und Belegschaft haben die Mitarbeiter das Gefühl: Der Betriebsrat steht auf unserer Seite. Prinzip der Verhandlung mit der BL (Informationsfluss) Die Betriebsleitung wird in der Regel versuchen, eine solche offene Kommunikation zu verhindern. Ein beliebtes Mittel dafür ist, Gespräche als vertraulich oder geheim zu erklären. Das Wenigste ist aber wirklich vertraulich zu behandeln. Der Betriebsrat muss hier ein gewisses Stehvermögen zeigen. Es ist nicht nur sein Recht, sondern seine Pflicht die Belegschaft zu informieren. Was geheim oder vertraulich ist, können Sie hier lesen: Geheimhaltungspflicht und Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Stellvertreterpolitik


Stellvertretend für die Belegschaft zu handeln, muss nicht immer negativ sein. Nicht alle Fragen, die in einem Betriebsrat verhandelt werden, sind von fundamentaler oder gar existentieller Bedeutung für die Belegschaft. So ist es beispielsweise nicht für alle von zentraler Bedeutung, ob im Kasino der Kassenbon grundsätzlich oder nur auf Anfrage mitgegeben wird. Dagegen sind Versetzungen an einen anderen Standort, Kündigungen, die Änderung von Arbeitsbedingungen entscheidend und wichtig für die Mitarbeiter. In Fragen wie dem Kassenbon kann stellvertretend verhandelt werden, da ansonsten die Belegschaft nicht eingebunden, sondern eher "belästigt" wird.

Ein guter BR muss daher ein Gefühl dafür entwickeln, wann er stellvertretend handeln kann und wann nicht. Dieses Gefühl kann er aber nur entwickeln, wenn er den Kontakt zur Belegschaft sucht.

Leider beobachtet man immer wieder, dass die Stellvertreterpolitik als Vorwand dient, der Diskussion mit der Belegschaft auszuweichen, um es sich nicht mit der Geschäftsleitung zu verscherzen. Der Betriebsrat versucht es allen Recht zu machen, was in Konfliktsituationen natürlich nicht möglich ist, und er übersieht, dass er es nur einem Recht machen muss: Der Belegschaft. Dieses Harmoniestreben drückt sich durch Schweigen gegenüber der Belegschaft aus.

Oft steckt hinter einem solchen Verhalten auch Unsicherheit.Es herrscht die Angst beim Betriebsrat vor, die Erwartungshaltungen der Belegschaft nicht erfüllen zu können. Der Denkfehler dabei ist: Je mehr der Betriebsrat schweigt, desto schwieriger wird es für die Mitarbeiter, Realitäten einzuschätzen und Kompromisse zu verstehen. Kann die Belegschaft dagegen die wesentlichen Verhandlungsfortschritte nachvollziehen, weil sie darüber informiert wurde, ist sie auch besser in der Lage, diese zu beurteilen.

Schweigt der Betriebsrat dagegen, wird er kurz oder lang in eine Situation kommen, in der er glaubt, der Belegschaft Kompromisse verkaufen zu müssen. Doch es geht nicht darum der Belegschaft etwas zu verkaufen, sondern es geht darum, offen und ehrlich hinter ihr zu stehen und einen offenen Dialog zu führen.

Im schlimmsten Fall gleitet der Betriebsrat in einen Schmusekurs ab.

Das klassische Stellvertreterprinzip ist charakterisiert durch:
Prinzip der Verhandlung mit der BL (Informationsfluss):
Es gibt zwei prinzipielle Möglichkeiten, wie Verhandlungen nun laufen:

Alternative A: Der unkritische BR Alternative B: Der kritische BR

Schmusekurs


Der Schmusekurs zwischen Betriebsrat und Belegschaft zeichnet sich dadurch aus, dass der Betriebsrat das tut, was der Arbeitgeber will, hinter verschlossenen Türen verhandelt, um die gute Atmosphäre zwischen Betriebsrat und Betriebsleitung nicht zu stören. Oft wird als Grund angegeben: Wir wollen die Belegschaft nicht frühzeitig beunruhigen?
Der Schmusekurs ist charakterisiert durch
Prinzip der Verhandlung mit der BL (Informationsfluss)
Wir wollen an dieser Stelle nochmals auf die Kooperation zwischen Betriebsrat und Belegschaft hinweisen.