Vorauseilender Gehorsam

Man sollte nie aus Angst seinen Arbeitsplatz zu verlieren, freiwillig seinen Arbeitsplatz aufgeben.

Viele Menschen tun das trotzdem und unterschreiben übereilt. einen Aufhebungsvertrag. Wissen über seine Rechte schützt vor übereiltem Handeln.

Hätte ich es vorher gewusst ...

Mails wie diese, erreichen uns immer wieder:
Hallo, ich bin noch Mitarbeiter bei <Firma> und habe unter erheblichem psychologischen und zeitlichen Druck einen Aufhebungsvertrag mit Wechsel in die Beschäftigungsgesellschaft (beE) unterschrieben. Die beE läuft nun zum 31.10.09 aus und ich musste feststellen wie schwer es ist mit 52 Jahren einen neuen Job zu finden. Hätte ich damals gewusst was auf mich zukommt und welche Rechte ich habe, hätte ich nicht unterschrieben. Kann man da noch etwas machen ?

Die Antwort:Nein, man kann jetzt nichts mehr machen, aber man hätte höchstwahrscheinlich vorher etwas machen können.


Der Widerspruch des Gerry Gollmann

... und anderer, die den Mut fanden, nicht aufzugeben ...

von Inken Wanzek



Das Buch erzählt eine wahre Geschichte. Es erzählt von Menschen, die den Mut fanden, um ihren Arbeitsplatz zu kämpfen und Unrecht nicht einfach hinzunehmen.
Weitere Informationen

Arbeitsplatz in Gefahr - das sind Ihre Rechte

von Inken Wanzek und
Christine Rosenboom




Das Buch ist aus der Praxis für die Praxis geschrieben und deckt alle Themen ab, die zum Verlust des Arbeitsplatzes führen können.
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Stellenabbau
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-- betriebsbed. Kündigung
--- Gefühl und Verstand


Inhalt

Ein Gespräch
Der eigene Arbeitsplatz
Angst vor Mobbing
Psychischer Bewältigung
Verhaltensweisen
- Arbeitgeber
- Vorgesetzter
- Arbeitnehmer
- Was man selbst tun muss
- Solidarisierung
- Was gewinnt man?
Gefühl und Verstand
Gehen oder Bleiben
Perspektive durch Stärke
Probleme lösen - aber wie?
Mitarbeiternetz
Drum prüfe ...


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Psychologie
Wenn es einen trifft!
Was kann man tun?
Die Qual der Wahl
Betriebbed. Kündigung Beschäftigungsgesellschaft
Aufhebungsvertrag
Abfindung
Trennungsgespräche



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Herausgeber:
Inken Wanzek,
Christine Rosenboom

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Gefühl und Verstand


Lasst euch nicht isolieren!
Darauf setzt der Arbeitgeber bei Stellenabbau.

Ein Gespräch


"Ich habe Angst, gekündigt zu werden, wenn ich nicht in die beE gehe."
"Du hast also Angst vor Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit?"
"Ja!"
Pause
"Und warum gehst du dann in die beE?"
"Weil ich fürchte, dass der Arbeitgeber mich kündigt."
"Du weißt es aber nicht genau?"
"Nein."
"Du hast also Angst, möglicherweise deinen Arbeitsplatz durch Kündigung zu verlieren?"
"Ja, sagte ich schon."
"Du weißt es aber nicht genau."
"Nein, bist du doof, sagte ich doch eben."
"Und willst deshalb in die beE gehen?"
"Überlege ich."
"Wo du deinen Arbeitsplatz mit Sicherheit verlierst."
Pause
"Ja, das ist so, wenn man in die beE geht."
"Also, Du hast Angst, gekündigt zu werden und um diese Angst zu besiegen, gibst du deinen Arbeitsplatz lieber freiwillig auf."
"Ja" (verunsichert)
"Ist das sinnvoll?"
"Nee, eigentlich nicht."


Der eigene Arbeitsplatz


Knüpfen wir an den Satz an: "die Firma kann nicht anders, weil sie sonst nicht mehr konkurrenz fähig ist." Kann man selbst anders? Kann man es sich selbst leisten, das "eigene Unternehmen" Arbeitsplatz einfach aufzugeben? Was hilft es uns, wenn die Profite der Firma steigen, wenn wir davon nichts mehr bekommen, weil wir sie verlassen mussten? Wo ist die Grenze der jahrelang gepflegten Loyalität? Bei der eigenen Existenz, der eigenen Arbeitslosigkeit, der Aussicht unter Hartz IV zu fallen? Jeder muss diese Grenze für sich selbst ziehen, aber sie sollte ihm bewusst werden. Sie zu kennen ist ein entscheidendes Kriterium für die Entscheidung zu klagen oder nicht.

Das Gespräch suchen - nicht isolieren lassen
Unsere Erfahrung zeigt, dass es wichtig ist, die Situation zu akzeptieren und nicht zu verdrängen, z.B. durch schnelle Unterschriften unter Beschäftigungsgesellschaftsverträge oder Aufhebungsverträge. Wichtig ist, durch Gespräche mit anderen Betroffenen, zu erfahren, dass es den anderen ebenso geht und vor allem in der Gemeinschaft es zu schaffen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, abzuwägen, und dann zu entscheiden. Dann nämlich ist man in der Lage mit den Folgen seiner Entscheidung zu leben, egal ob sie Aufhebungsvertrag, Beschäftigungsgesellschaft oder Kündigungsschutzklage heißt.
Manchmal ist es souveräner, zu seinen Ängsten und Gefühlen zu stehen.

Angst vor Mobbing


Angst vor Mobbing, wenn ich nicht tue, was die Firma will?
Unsere Erfahrung im NCI zeigt, dass Gekündigte unter dem Schutz des Gerichtes stehen. Hinzu kommt, dass der Zusammenhlt im NCI bewirkt, dass Mobbing öffentlich wird und daher von dem Arbeitgeber nicht mehr stillschweigend durchgeführt werden kann

Was wir sagen wollen ...
... ist: Mut zu Gefühlen zeigen, das Gespräch suchen, sich informieren und beraten lassen (aber bitte nicht nur durch die PA; diese hat Interesse Sie loszuwerden) und erst nach sorgfältiger Abwägung aller Umstände, der objektiven und subjektiven zu entscheiden.

Psychische Bewältigung


Im ersten Moment geht es wohl jedem gleich. Im Falle des Arbeitsplatzverlustes sinkt bei jedem Menschen das Selbstbewusstsein. Nicht jedem sieht man es an. Die meisten unterdrücken ihre Gefühle dabei, manche spielen den Souveränen; die wenigsten sind in dieser Situation souverän.

NCI hat viele sehr persönliche Kontakte zu Betroffenen und unserer Erfahrung zeigt, in dieser Situation reagieren alle ähnlich, egal welche Position, welche Sparte; ob normaler Mitarbeiter, Abteilungsleiter oder sogar ein leitender Angestellter (nicht Siemens), der sich auch schon mal zu seelischen Unterstützung an NCI gewandt hat, reagieren nicht anders. Niedergeschlagenheit und sinkendes Selbstbewusstsein ist eine ganz normale Reaktion auf eine unnormale Situation.

Manche empfinden immer noch eine Loyalität zur Firma und neigen dazu, dem Gedanken zu folgen, dass der Arbeitgeber gar nicht anders kann, als zu kündigen."Nehmen Sie es nicht persönlich," sagt der ein oder andere Personalchef. Wie aber soll man es dann nehmen? Existenzverlust ist persönlich und man sollte diesen Gedanken an sich ran lassen.

Den Arbeitsplatz zu verlieren, löst - wie Psychologen sagen und es auch unserer Erfahrung entspricht - bei jedem Menschen eine tiefe Betroffenheit aus. Nach der Konfrontation mit der Nachricht "Ihr Arbeitsplatz entfällt!" durch läuft der Mensch die Phasen Schock, Verleugnen/Nicht-wahr-haben wollen, Aggression, Niedergeschlagenheit, und wenn bis spätestens dahin die Isolierung nicht durch "Mit-einander-reden" aufgebrochen worden ist, die Phasen Abschied und Trennung. Danach folgt je nach Zukunftsaussichten, Persönlichkeit, Umfeld, die Phase der beruflichen Neuorientieren oder die Phase des Sich-Aufgebens.

Die Phasen psychischer Bewältigung und beruflicher Neuorientierung sind wie ein Psychologie den Vorgesetzten zur Einstimmung auf den Personalabbau 2002/2003 lehrte:
  1. Schock
  2. Verleugnen, Verdrängen
  3. Aggression
  4. Niedergeschlagenheit
  5. Trauerarbeit
  6. Trennung
Heribert Fieber, der damalige Betriebsratsvorsitzende, ergänzte auf einer Betriebsversammlung die Arbeitgeberfolie um ein wichtiges Wort, auf das der Arbeitgeber seine gesamte Strategie baute und auch heute immer noch baut:
  1. Schock
  2. Verleugnen, Verdrängen
  3. Aggression - Vereinzelung
  4. Niedergeschlagenheit
  5. Trauerarbeit
  6. Trennung
Dann änderte er die Folien ab und bot den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Lösung an, die sie gehen konnten.
  1. Schock
  2. Verleugnen, Verdrängen
  3. Aggression - Solidarisierung
  4. Gemeinsame Gegenwehr
  5. Perspektive durch Stärke
Daraus ist das Mitarbeiternetz NCI entstanden.
Wir können heute ergänzen:
  1. Erhalt des Arbeitsplatzes

Phase Was man tun kann
Schock Kollegen geht auf die Kollegen zu und redet mit ihnen! Redet mit ihnen darüber wie sie sich fühlen. Hört zu, wenn die Betroffenen reden. Sachinformation kann man in der Schockphase kaum aufnehmen.
Verleugnen/Nicht-wahr-haben wollen Bildet Gruppen; redet mit denen, die das ganze schon einmal durch gestanden haben.
Aggression Setzt Aggression konstruktiv um, in dem Ihr sagt: Ich werde aktiv. Ich nehme die Sache selbst in die Hand. Ich informiere mich. Ich kämpfe für meinen Arbeitsplatz.
Niedergeschlagenheit/Hoffungslosigkeit Gegen Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit hilft andere Menschen zu suchen, die einen verstehen. Dies können Freunde, Verwandte sein, aber auch Arbeitskollegen, die in der gleichen Situation sind oder die die Sache schon mal selbst durchgemacht haben. Tretet aus der Isolierung heraus.
Kampf um den Arbeitsplatz oder
Abschied und Trennung
In der Isolierung - so unsere Erfahrung - kommt es über kurz oder lang zur Trennung von Siemens, unabhängig davon, ob diese dann in den finanziellen Ruin führt oder nicht. Hat man sich jedoch mit anderen Kollegen zusammengeschlossen, findet man seine Kraft wieder, bekommt vielfältige Informationen, kann die Sache durchsprechen und kann dann entscheiden, ob man sich von Siemens trennen will oder - zusammen mit anderen - um den Arbeitsplatz und damit um die Existenz kämpfen will. Ein bewusstes und auf ausreichender Grundlage frei entschiedenes Trennen wirkt sich total anders aus als eine Trennung, in die man durch die Situation gedrängt wird. Die Entscheidung für den Arbeitsplatz zu kämpfen macht dann weniger Angst. Bewusste Entscheidung, ausreichende Abwägung des Für und Widers lässt mit den Folgen der Entscheidung leben, egal wie sie für einen persönlich ausfällt.
Neuer Selbst- und Weltbezug/berufliche Neuorientierung Auch hier geht es in der Gemeinschaft besser, sei es um die berufliche Neuorientierung durchzusprechen. Sei es, um gemeinsam Strategien für eine Kündigungsschutzklage zu entwickeln. Eins ist sicher: Jeder Mensch, der mit Stellenabbau zu kämpfen hat, verändert sich. Wir wollen, dass diese Veränderung sich nicht in Depression und Aggression ausdrückt, die die Familie zerstören, sondern das ein neues gemeinsames und individuelles Selbstbewusstsein entsteht. Deshalb machen wir auch diese Seiten - für Sie! Nicht für uns. Wir wissen inzwischen wie es geht.


Deshalb wollen wir auch über die Gefühle reden, über Ängste, die entstehen, denn Angst kann man in Kraft umsetzen. Die einzige Voraussetzung ist, dass man nicht allein bleibt, sondern es zusammen mit anderen tut.

Verhaltensweisen


Der Arbeitgeber

Der Arbeitgeber und auch die, die seine Anweisungen ausführenden Vorgesetzten haben nur ein Ziel:
Trennung von dem ausgewählen Arbeitnehmer

Diesem Ziel dienen die Maßnahmen des Arbeitgebers. Dies sollte man ab sofort beim Umgang mit dem Arbeitgeber nicht vergessen. Dann nämlich kann man die Frage: "Wie kann er nur, dies und jenes tun?" beantworten. Er handelt seinem Ziel entsprechend.

Spielt es zur Erreichung dieses Ziels eine Rolle,

Der Vorgesetzte

Der Vorgesetzte und auch die seine Anweisungen Ausführenden haben drei Ziele:
  1. Trennung von dem ausgewählen Arbeitnehmer
  2. Erfolg als Vorgesetzte zu haben
  3. Nicht negativ aufzufallen, damit es nicht ihr Posten ist, der bei der nächsten Umorganisation gestrichen wird
Diesen Zielen dienen die Maßnahmen des Vorgesetzen.

Sie lernten:
  1. Schock
    Vorgesetzer wird angewiesen Verständnis zeigen, aber dabei zu betonen, dass die Situation nicht zu ändern ist
  2. Verleugnen, Verdrängen Vorgesetzer wird angeweisen, dem Mitarbeiter immer wieder klar und deutlich zu sagen, dass die Trennung vom Unternehmen unvermeidbar ist.
  3. Aggression PA könnte auf die Idee kommen geistige Gummizellen zum Austoben schaffen, geeignet sind interne Foren, Veranstaltungen mit dem Ziel, dass die Aggression sich dort austobt, totläuft, Widerstand nicht entstehen kann. Es wird begonnen, den Mitarbeiter zu isolieren, zu vereinzeln, damit er mit seiner hoffnungslos erscheinenden Situation alleine bleibt (Freistellung, Wegversetzung aus dem bisherigen sozialen Arbeitumfeld); möglichst schnelle Herbeiführung der Phase "Niedergeschlagenheit"
  4. Niedergeschlagenheit Trennungsgespräche über Trennungsgespräche. Ein niedergeschlagener, isolierter Mensch will nur noch eins: Raus aus der Firma, die ihn nicht mehr haben will. Die Folgen, wie Hartz IV werden verschwiegen.
  5. Trauerarbeit Unterstützung des Mitarbeiters bei seinem Gedanken die Firma zu verlassen. Aufzeigen neuer Chancen, z.B. durch eine Beschäftigungsgesellschaft. Verschwiegen wird, dass es dort keine Beschäftigung gibt und es sich eigentlich um eine Entsorgungsgesellschaft handelt. Beispiele aufzeigen, in denen Menschen gleichen Alters, gleicher Ausbildung einen gut bezahlten Arbeitsplatz gefunden haben. Sagen, "wenn Sie nur wollen, dann schaffen sie es!"
  6. Trennung

Wird der Vorgesetzte dann All diese Maßnahmen sind nicht persönlich zu nehmen. Sie werden bei jedem angewandt, von dem die Firma und der Vorgesetzte sich trennen will. Eigentlich hat das alles mit mir als Person gar nichts zu tun.

Und doch wirken diese Maßnahmen auf mich. Ich bin isoliert, habe niemanden zum reden außer meinen Chef, der täglich mit mir reden möchte, habe Angst vor diesen Gesprächen, weil ich nicht weiß wie ich es schaffen soll, immer wieder nein zu sagen, überlege, ob sie nicht doch recht haben, und Trennung auch für mich das beste ist.

Warum? Weil ich mir meiner Ziele und meiner Maßnahmen nicht klar bin. Ich bin nur eins verletzt, dass ausgerechnet ich ausgewählt wurde, die Firma zu verlassen.

Der Arbeitnehmer

Ich habe nur ein Ziel:
Nicht Hartz IV, sondern einen Arbeitsplatz, um meinen Lebensunterhalt zu sichern

Spielt es dann eine Rolle, Die Frage ist nur, wo finde ich Menschen, die mir Orientierung geben können, die mir mein Wertgefühl bestätigen, mit denen ich über meine Chancen diskutieren kann, die mir die Angst nehmen, meinen Vorgesetzten zu verärgern?

Vielleicht in einem Kollegen, dem es geht wie mir, der ausgewählt ist, wie ich? Soll ich ihn ansprechen oder warte ich bis er mich anspricht? Was aber ist, wenn er mich nicht anspricht? Ich beschließe ihn anzusprechen, mehr als Nein sagen kann er nicht. Vielleicht aber sagt er ja. Und dann bin ich mit meinem Chef nicht mehr alleine. Wir sind zu zweit. Und das löst in mir ein Gefühl der Erleichterung aus.

Was muss man selbst tun?

  1. den Mut finden, sich obige Gedanken zu machen, um wieder klar sehen zu können
  2. erkennen, dass das "ich schaffe es alleine" seine Grenzen hat
  3. die Scheu überwinden, einen Kollegen ansprechen. Es einfach tun.
  4. Miteinander reden, die Kolleginnen und Kollegen im Büro, auf dem Gang, beim Mittagessen ansprechen, private Email-Adressen, Telefonnummern austauschen.
  5. ein Treffen mit den Kollegen organisieren und sie per Email oder Telefon dazu aktiv einladen
  6. aktiv mit diskutieren und die anderen per privater Email darüber informieren
  7. auf einer Homepage berichten, was in der Firma gerade geschehen ist, Fragen stellen, Antworten geben. Aber keine Namen veröffentlichen
Kurz die Sache, die einen betrifft, zu seiner Sache machen. Sie in die Hand nehmen. Selbst bestimmen und nicht über sich bestimmen lassen.

Solidarisierung


Ein Zusammenschluss von Mitarbeitern kann sehr helfen, die psychischen Belastungen, die mit einem Stellenabbau verbunden sind, zu bewältigen. Hinzu kommt, dass hier Informationen ausgetauscht werden. E-Mail-Verteiler unterstützen die Arbeit in einem Mitarbeiternetz, ersetzten aber nicht das persönliche Gespräch in der Gruppe.
  1. Schock
    Menschliche Unterstützung durch Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, die sich in gleicher Lage befinden. Gefühle sind kein Tabu, keine Schwäche, sondern Ängste und Unsicherheiten, das Bedürfnis sich in einen Schutzraum zurückzuziehen sind eine ganz normale Reaktion auf unnormale Ereignisse. Die Erfahrung, meinem Kollegen, meiner Kollegin geht es genau wie mir, bricht Isolation auf und hilft den ersten Schock zu überwinden. Der Vorgesetzte ist plötzlich nicht mehr der alleinige Ansprechpartner.
  2. Verleugnen, Verdrängen
    Andere sind da, die von der Realität erzählen, wenn man gerade dabei ist sich einzureden, dass es wohl ein Irrtum gewesen ist, dass man ausgesucht wurde. Andere wurden auch ausgesucht, Kollegen, die bessere oder gleiche Leistung gebracht haben. Andere sind da, die von der Realität erzählen, von der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz: Zu alt, hört man ihn erzählen, knapp über 40 ist er.
  3. Aggression
    Blinde Wut kann sich zusammen mit anderen in Wehren umwandeln. Man erfährt von seinen Rechten, von denen man zuvor nichts wusste. Man erfährt wie man sie einfordert. Man steht nicht alleine vor Gericht. Die Kolleginnen und Kollegen begleiten einen und stärken einen den Rücken. Sie sind zu Prozessreisenden geworden, damit niemand alleine ist.
    Man erzählt der Welt hier im Internet, was geschehen ist, damit die Menschen es erfahren, damit die Kolleginnen und Kollegen von der eigenen persönlichen Erfahrung profitieren können, Fehler, die man vielleicht selbst gemacht hat, vermeiden können. Man erfährt Tipps, um selbst Fehler zu vermeiden. Man erfährt, wo gemobbt wird und hilft.
    Die Öffentlichkeit wird aufmerksam, die Presse liest und schreibt irgendwann auch über unsere Situation. Der Stellenabbau geht nicht mehr still und leise über die Bühne.
  4. Gemeinsame Gegenwehr
    Durch die Aufhebung der Isolierung, durch Gespräche und Diskussionen, durch Erfahungsaustausch, durch Aufbau von Wissen, durch Trösten und Ermutigen ist Solidarität entstanden, die in eine gemeinsame Gegenwehr mündet. Gegenwehr heißt hier - Gemeinsam für jeden die individutelle Lösung zu finden.
  5. Perspektive durch Stärke Gemeinsame Gegenwehr führt aus Hoffnungslosigkeit hin zu neuen Perspektiven, unter denen auch der Erhalt des Arbeitsplatz sein kann.

Was gewinnt man?

Erfahrung, Selbstbewusstsein und neue Freunde - und vielleicht erhält das gemeinsame Tun den Arbeitsplatz - wie bei Siemens München Hofmannstraße, MAN und anderen.

Probiert es, macht mit. Alles was ihr braucht ist ein wenig Engagement, aber angesichts von Hartz IV könnte sich diese Investition lohnen.

Der Satz: Man kann eh nichts machen, wird nur dann wahr, wenn jeder in seiner Isolierung verharrt. Er wird ad absurdum geführt, wenn jeder beginnt, sie einfach aufzubrechen. Probiert es aus. Macht mit. Was habt Ihr zu verlieren? Nichts!
Gewinnen aber könnt Ihr viel.

Gefühl und Verstand

Die Methoden des Stellenabbaus sind immer gleich, auch, wenn sie sich für den (neu) betroffenen Mitarbeiter stets neu anfühlen. Man unterscheidet zwischen dem sogenannten sozialverträglichen Stellenabbau (Aufhebungsvertrag und Beschäftigungsgesellschaft), der gar nicht sozial sein muss, und der betriebsbedingten Kündigung, bei der man durchaus mit Hilfe eines Kündigungsschutzprozesses den Arbeitsplatz retten kann.

Folgende Aufstellung soll unseren Lesern die Orientierung erleichtern und ihn in seinem selbständigen Handeln unterstützen.

  1. Gefühle in den Griff bekommen

    Mit anderen Betroffenen reden und sich zum Informationsaustausch und zur Diskussion über Alternativen treffen. Hilfe und Tipps dazu bekommt man von den NCI-Betriebsräten.

  2. Prüfen, kann ich mir beE oder Aufhebungsvertrag finanziell leisten?

    Da beide Alternativen das Arbeitsverhältnis definitiv beenden und dieses Ende nicht mehr rückgängig zu machen ist, sollte man sich diesen Schritt ganz genau überlegen und auf keinen Fall einen solchen Vertrag in einem Personalgespräch unterschreiben.

  3. Individuelle Chancen in einem Kündigungsschutzprozess prüfen

    Arbeitgeber kündigen ungern, drohen aber gerne damit. Leider wissen auch viele Betriebsräte zu wenig über die Chancen, die in einem Kündigungsschutzprozess liegen können. Während Beschäftigungsgesellschaft und Aufhebungsvertrag das Arbeitsverhältnis definitiv beenden, erhält man mit einem Kündigungsschutzprozess die Chance, seinen Arbeitsplatz zu erhalten. 2003 klagten 200 Siemens Mitarbeiter gegen ihre Kündigung durch Siemens. Sie gewannen ihre Prozesse und sind heute wieder reintegriert. Natürlich hängen die Chancen, mit Hilfe eines Kündigungsschutzprozesses seinen Arbeitspaltz zu erhalten, von der individuellen Situation ab. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, diese Chance vor der Aufgabe des Arbeitsplatzes zu prüfen.

  4. Vorruhestandsregelungen

    Für ältere Mitarbeiter wird häufig die Vorruhestandsregelung (VB) oder ein Altersteilzeitvertrag (ATZ) angeboten. Hier ändert sich gesetztlich ständig etwas. So soll beispielsweise die derzeitige ATZ-Regelung 2009 auslaufen; dies ist aber zurzeit heftig in Diskussion zwischen den Parteien.

  5. Nicht von Propaganda blenden lassen - genau prüfen

    Arbeitgeber schildern die Abbaumaßnahmen stets in rosigen Farben. Sie machen Werbung, damit der Mitarbeiter seine Angebote annimmt. Als Werbung sollte man diese Angebote auch sehen. Zu Beschäftigungsgesellschaft und Aufhebungsvertrag kann man "Nein" sagen. Leider unterstützen viele Betriebsräte den Arbeitgeber in dieser Werbung, denn auch viele von ihnen wollen möglichst schnell Ruhe im Betrieb. Manche sind sogar stolz darauf, wenn der Stellenabbau mit ihrer Hilfe schneller als geplant, abläuft.

Gehen oder Bleiben

Diese Maßnahmen gelten gemeinhin als sozialverträglich, auch wenn ihre Sozialverträglichkeit durchaus bestritten werden kann, denn hier steht am Ende immer der Arbeitsplatzverlust bei der Firma, in der man gerade arbeitet.

Kennzeichen ist: Es liegt in eurer Hand zu gehen oder zu bleiben!


Perspektive durch Stärke

Stellenabbau hat sehr viel mit Psychologie zu tun. Er ist alles andere als sachlich. Psychischer Druck ist an der Tagesordnung. Doch ihr müsst nicht ohnmächtig bleiben. Ihr seid es nur solange, wie ihr die Ohnmacht zulasst.

Lasst euch nicht isolieren!

Allein bleiben führt zur Isolation und Handlungsunfähigkeit. Miteinander reden eröffnet Perspektiven und lässt Stärken entwicklen. Probiert es einfach aus!


Schock
Verleugnen, Verdrängen
Aggression - Solidarisierung
Gemeinsame Gegenwehr
Perspektive durch Stärke
Erhalt des Arbeitsplatzes



Daraus ist das Mitarbeiternetz NCI entstanden.

Wehrt euch von Anfang an. Je länger ihr wartet, desto schwieriger wird es. Eure Schwäche stärkt den Mobber. Eure Stärke lässt Mobbing nicht wirken und dies macht euch stärker. Seid euch bewusst, dass ihr Menschen seid, die Menschenrechte ihr Eigen nennen können. Verteidigt diese gegen den Mobber und fordert die Kollegen auf, dies auch zu tun.

Wenn ihr euch gegeneinander ausspielen lasst, verlieren am Ende alle. Denn inzwischen sollte es jeder verstanden haben: Stellenabbau und Mobbing kann jeden treffen. Leistung zählt nicht, wenn man das Pech hat zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Ihr könnt Herausforderungen entgegentreten. Tut es - allein und zusammen.

Was ihr braucht, ist Mut, Kraft und den Willen, euer Leben selbst zu bestimmen.
Was ihr braucht, ist Zusammenhalt, Freunde und Kollegen, die sich gegenseitig unterstützen.

Ihr könnt euer Leben, euren Arbeitsplatz gestalten.
Mit euerem Verhalten formt ihr die Betriebe, formt ihr die Gesellschaft.
Wenn ihr für euere Rechte eintretet, sie wahrnehmt, dann haben wir eine starke Gesellschaft.
Auswüchse werden beschnitten.
Wenn ihr weglauft und voller Furcht seid, wird die Gesellschaft voller Furcht sein.
Auswüchse werden sich durchsetzen.

Warten. Warten auf was?
Dass jemand kommt, der für euch handeln wird?
Er wird nicht kommen.

Schwach? Warum?
Habt ihr eure Stärke schon mal ausprobiert?
Ihr werdet überrascht sein.

Es liegt an euch - nicht an anderen.
Probiert es einfach. Das ist Leben.

Psychologie
Personalgespräche
Trennungsgespräche
Mobbing

Probleme lösen - aber wie?


Vielfältige Krisen - Stellenabbau, Betriebsübergang usw. - haben wohl inzwischen den meisten von euch verdeutlicht, dass ein Arbeitsplatz heute nichts Selbstverständliches mehr ist. Man muss sich um ihn kümmern, sonst ist er weg. In den letzten Jahren haben wir Euch viel Unterstützung gegeben, Know How auf die NCI Homepage gestellt. Doch passiv zu lesen, fragen und Antworten zu bekommen, macht auf die Dauer nicht stark, sondern abhängig. Stark und wehrhaft macht das Bewusstsein: Ich kenne mich aus in meinen Rechten.

Jeder kennt das gute Gefühl, in einem Fachgebiet arbeiten zu können, in dem er sich auskennt. Jeder kennt wohl auch die Unsicherheiten, die man hat, wenn man in einem Gebiet arbeitet, das man erst kennen lernen muss. Im Arbeitsrecht ist das nicht anders. Gut und sicher kann man Angeboten des Arbeitgebers begegnen, wenn man sein Unternehmen "Arbeitsplatz" sicher führen kann.

Frage nach der Wichtigkeit

Zunächst ist eine einfache Frage zu beantworten:
"Ist mir mein aktuelles Projekt in der Arbeit wichtiger als mein Arbeitsplatz?"

Wenn "ja", dann haben Sie sich dafür entschieden, die Frage "Was tue ich bei drohenden Arbeitsplatzverlust?" erst zu beantworten, wenn die Krise da ist. Sie setzen auf Krisenmanagement, hoffen auf Glück.

Wenn "nein" fühlen Sie, dass es besser ist, sich vor der Krise Know How aufzubauen, Verbündete zu suchen, mit denen zusammen man diese Krise meistern kann. Dann sollten Sie weiter lesen.

Wer gut informiert ist, kann sich besser wehren. Dafür ist eine Bewusstseinsänderung notwendig: Höchste Priorität hat der Arbeitsplatz, denn er sichert die finanzielle Basis, um andere Dinge, wie Wohnung, Freizeitgestaltung, Auto, Ausbildung der Kinder finanzieren zu können und damit die persönliche Freiheit zu garantieren. Arbeit, einen Arbeitsplatz zu haben, verschafft Anerkennung, Anerkennung verschafft Selbstbewusstsein, gibt das Gefühl gebraucht zu werden, eingebunden zu sein. Ohne Arbeitsplatz ist man praktisch aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Deshalb ist Arbeitslosigkeit und Hartz IV so schlimm für die Menschen, die davon betroffen sind.

Daher sollte man sich um seinen Arbeitsplatz und um die Arbeitsbedingungen kümmern solange man sie hat. So wie ein Garten verwildert, wenn man ihn nicht pflegt, so verwildern, die Arbeitsbedingungen, wenn die Arbeitnehmer sich nicht darum kümmern. Wenn ihr als Arbeitnehmer nicht sät, denn werdet ihr ausschließlich die Arbeitsbedingungen ernten, die der Arbeitgeber unermüdlich zu schaffen sucht.


Eine Basis schaffen

Miteinander reden
Wer jemanden zum diskutieren hat, kann leichter eine Lösung finden und Alternativen erkennen. Diskutieren und Informationen austauschen kann man über aktuelle arbeitsrechtliche Themen am Arbeitsplatz, auf dem Gang, beim Mittagessen oder in der Kneipe. Warum immer nur über fachliche Themen, Sport, Autos usw. reden und nie über das, was einem das finanzielle Auskommen sichert?

Geht dieses miteinander Reden bewusst an.

Lernen
Jedes neue Gebiet muss man erlernen. Lest täglich ein wenig auf der Homepage nach, kauft euch Ratgeber oder Fachbücher zum Arbeitsrecht und lest sie dann auch. Euer Arbeitsplatz ist mehr wert als euer Auto. Um dieses kümmern sich die meisten bedeutend mehr. 20 Min - in der U-Bahn, S-Bahn - wirken Wunder, wenn man sich mit dem Thema "Arbeitplatz" beschäftigt. 20 Min täglich sollte einem der Arbeitsplatz wert sein.

E-Mail-Kommunikation
Tauscht private E-Mail Adressen aus und informiert euch gegenseitig über Neuigkeiten oder erworbenes Wissen. Dies ist insbesondere wichtig, wenn Mitarbeiter im Erziehungsurlaub, Auslandsaufenthalt, zwangsweise freigestellt usw. sind, um den Kontakt zu den Kollegen und dem Informationsfluss nicht abreißen zu lassen.

Gemeinsam handeln
Geht gemeinsam in kleinen Gruppen ab und zu zu euerem Betriebsrat. Fordert ihn. Diskutiert mit ihm die aktuelle Lage. Dies könnt ihr in der Arbeitszeit tun, nur übertreiben dürft ihr das nicht. Tut das, auch wenn keine Krise herrscht. Man lernt sich kennen. Man lernt sich vertrauen. Stärkt dem Betriebsrat den Rücken. Auch ein Betriebsrat fühlt sich sicherer, wenn er die Belegschaft hinter sich weiß. Er handelt sicherer, denn nur, wenn ihr mit ihm redet, weiß er, was ihr wollt.

Scheut Euch aber auch nicht, dem Betriebsrat zu sagen, wenn er aus Eurer Sicht falsch handelt. Lasst Geheimniskrämerei nicht zu. Klopft immer und immer wieder an die Tür und pocht auf euer Informationsrecht. Der Betriebsrat ist - vom Gesetzgeber bestimmt - für euch da und nicht für den Arbeitgeber. Überprüft sein Handeln, fordert sein Wissen - doch um das tun zu können, müsst ihr selbst etwas wissen. Diskutiert mit ihm eine bestehende Betriebsvereinbarung durch, damit die nächste besser wird.

Themenwoche
Sie gibt es im Kulinarischen, warum nicht auch am Arbeitsplatz? Behandelt in einer Woche, ein bestimmtes arbeitsrechtliches Thema in der Gruppe. Nehmt z.B. Ausdrucke der NCI-Seiten zur Hand und sprecht sie durch. Komprimiert, macht Euch eigene Notfallkarten, auf denen zusammengefasst steht, was ihr in einer Krisensituation zu tun habt.

Die Bedeutung des Wortes "Nein"
Wenn der Arbeitgeber Aufhebungsvertrag oder Beschäftigungsgesellschaft sagt, muss man nicht ja sagen. Man kann "nein" sagen. Einfach, denken Sie sich? Nicht, in der Praxis. Der Unvorbereitete reagiert konfus. Fragen Sie sich: "Rutsche ich in Hartz IV, wenn ich das Arbeitgeberangebot annehme?" Wenn die Antwort "ja" ist, können Sie das Angebot nicht annehmen. Prüfen Sie dann die Alternativen.

Suchen Sie sich einen Betriebsrat Ihres Vertrauens - dann wenn sie ihn gar nicht brauchen
Vertrauen kann man nicht befehlen, Vertrauen muss wachsen. Kennt man seinen Betriebsrat vor einer Krise, dann ist es leichter, sich ihm in schwierigen Situationen anzuvertrauen.

Was das alles bewirkt?
Diese Kleinigkeiten - gezielt und kontinuierlich von jedem getan, die Arbeit für kurze Zeit hinten angestellt - schafft ein soziales Netz, das es in Krisenzeiten ermöglicht, effizient, zielorientiert und sicher zu handeln. Ganz nebenbei wirkt es sich auch positiv auf das Arbeitsklima aus.

Was das Fehlen bewirkt?
Passive Haltungen, Stellvertreterpolitik, Konsumhaltung in Fragen rund um den Arbeitsplatz sind bequem, lassen einen die Freizeit genießen, aber sie machen abhängig, von denen, die handeln. In den meisten Betrieben handelt der Arbeitgeber. Er bestimmt alleine die Spielregeln. Oft spielt leider der Betriebsrat allzu schnell nach diesen Spielregeln. Aber warum? Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, dass ihm die Gedanken, die Vorstellungen und das Korrektiv der Belegschaft fehlen könnten?

Passive Haltungen, Stellvertreterpolitik, Konsumhaltung in Fragen rund um den Arbeitsplatz, erzeugen Panik, Schocksituationen, Hilflosigkeit, wenn es zu Stellenabbau oder anderen Krisensituationen kommt, insbesondere, wenn dann keiner da ist, der dies auffangen kann. Dann marschiert der Arbeitgeber durch.

Wenn Sie sich dabei wohl fühlen, bleiben Sie passiv. Wenn Sie sich bei diesem Gedanken nicht wohl fühlen, machen Sie Ihren Arbeitsplatz zu Ihrem persönlichen Anliegen, zu Ihrem kleinen Unternehmen und setzen alles daran, diesen zu verteidigen - mit guter Arbeit, mit der Wahrnehmung Ihrer Rechte, mit dem Bewusstsein, sich nicht ausbeuten zu lassen, mit dem Gefühl "nein" sagen zu können.


Ein Mitarbeiternetz


Was ist ein Mitarbeiternetz
Ein Mitarbeiternetz ist keine Homepage, sondern ist geprägt durch Mitarbeiter, die aktiv denken und handeln, die bereit sind ihr Wissen auszutauschen.

Was braucht man für ein Mitarbeiternetz
NCI ist seit seiner "Geburt" ein Erfolgsmodell - wahrscheinlich, weil es so einfach ist, wie obige Anregungen zeigen. Um ein Mitarbeiternetz in einem Betrieb aufzubauen, braucht es:
  1. offene Augen und Ohren, einen Mund zu reden
  2. die Bereitschaft ein wenig aktiv zu sein und ein bisschen Zeit zu opfern
  3. Leute, die sich kennen und die bereit sind, auf andere zuzugehen.
  4. die Bereitschaft private E-Mail-Adressen einzusammeln und über diese die Gruppe mit Information zu versorgen.
  5. die Bereitschaft sich mit anderen Gruppen auszutauschen
  6. Mitarbeiter, die bereit sind als Betriebsrat Verantwortung zu übernehmen
  7. Mitarbeiter, die bereit sind, sich mit diesen Betriebsräten auszutauschen.
Dann gilt es im Bewusstsein zu handeln, dass es die kleinen Schritte sind, die zum Ziel führen. Wenn jeder etwas tut, wird viel bewegt. Doch dieses "etwas" muss man tun - für seinen Arbeitsplatz.

Wie gründet man ein Mitarbeiternetz?
Erkennen, dass es notwendig ist, etwas zu tun.
Ein, besser zwei oder drei, Mitarbeiter beginnen mit den Kollegen zu reden, diskutieren mit ihnen, die Notwendigkeit des Tuns.
Private E-Mail Adressen austauschen und sich ab sofort über Neuigkeiten oder erworbenes arbeitsrechtliches Wissen informieren.
Jeder, der mitmacht, spricht andere Kollegen an.
Jeder übernimmt ein klein wenig Arbeit, damit das Netz leben kann.

So - und nicht anders - ist NCI in München entstanden. Wichtig ist: Einer muss den Anfang machen. Ob das entstehende Netz groß oder klein wird, spielt keine Rolle. Wichtig ist, für die Aktiven ist es dann in Krisenzeiten da.

Zu einfach?

Zu einfach, denken Sie? Es ist so einfach - mit dieser Methode gelang es 2003/2004, Siemens die Kündigungen zu verderben. Und seitdem kündigt Siemens nicht mehr. Es lohnt sich, aktiv zu sein.

Drum prüfe ...


Stellenabbau erzeugt Schrecken. Dies gilt insbesondere für die betriebsbedingte Kündigung. Gerade für diese gilt: Bedenkt das und lasst euch nicht (auch nicht von manchen Betriebsräten) ins Boxhorn jagen. 2003 klagten 200 Siemens Mitarbeiter gegen ihre Kündigung durch Siemens. Sie gewannen ihre Prozesse und sind heute wieder reintegriert. Auch in anderen Firmen machten Mitarbeiter, die sich zusammenschlossen, weil es gemeinsam besser geht, und den Mut aufbrachten, mit einem Kündigungsschutzprozess gute Erfahrungen.