Nicht hängen lassen

Hat meine eine betriebsbedingte Kündigung erhalten, ist man geschockt. Wie soll es weitergehen? Die Hoffnung liegt auf der Kündigungsschutzklage. Man baut auf das Gesetz und den Anwalt. Man wünscht, dass der Anwalt alles für einen tut und man nichts machen muss, weil man keine Kraft mehr findet.

Doch dieser Weg führt nicht zum Ziel. Zum einen wird die Kraftlosigkeit nur enden, wenn man seine eigene Sache aktiv in die Hand nimmt. Die Lösung heißt hier, einfach anfangen, Schritt für Schritt das tun, was auf dieser und anderen Seiten steht. Zum anderen benötigt ein Anwalt Informationen. Er kann nur das, was ihm gesagt und gegeben wird ins Rechtliche übersetzen. So hat er keine Möglichkeit für seinen Klienten freie Stellen im Unternehmen zu suchen oder an Vergleichskandidaten zu kommen. Dies hat nur der Mitarbeiter und seine ebenfalls betroffenen Kollegen. Was liegt näher als sich zusammenzuschließen, um dieses gemeinsame Problem auch gemeinsam zu lösen.

Hat man dies getan, kehrt der Mut und die Kraft vollends zurück. Man will kämpfen, nicht aufgeben. Das Selbstbewusstsein kehrt zurück und oft gelingt es dann, dass das Unmögliche möglich wird.
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Betriebsbed. Kündigung



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Betriebsbedingte Kündigung
Kündigungsschutzprozess - Vorbereitung


Eine gute Vorbereitung ist Voraussetzung,
um einen Kündigungsschutzprozess zu gewinnen.

Zwischenzeugnis


Man sollte umgehend ein Zwischenzeugnis beantragen. Solange die Kündigung noch nicht ausgesprochen wurde, fällt es erfahrungsgemäß besser aus. Dieses Zwischenzeugnis wird nicht nur für externe Bewerbungen benötigt, es kann zusammen mit den vorhandenen Beurteilungsbögen untermauern, welche Tätigkeiten man gemacht hat und welche Fähigkeiten man hat. Die Kompetenz des Arbeitnehmers wird vom Arbeitgeber in der Verhandlung gerne in Zweifel gezogen. Daher kann ein solches Zwischenzeugnis auch als Beweismittel vor Gericht dienen.

Firmeninterne Stellenausschreibungen


Bereits jetzt beginnt man damit, den internen Stellenmarkt durchzusehen und Stellenausschreibungen, auf die man nach einer eventuellen zumutbaren Qualifizierung passen würde, auszudrucken.

Es sind nur Stellen innerhalb eines Unternehmens (also nicht Konzern) für eine mögliche Weiterbeschäftigung relevant. Am Beispiel Siemens heißt dies: Alle Stellen, die bei der Siemens AG in Deutschland ausgeschrieben sind, sind relevent, jedoch keine Stellen, die beispielsweise bei Tochterunternehmen ausgeschrieben sind. Auf Stellen bei anderen Unternehmen des Konzerns kann man sich natürlich bewerben, eine konzernweite Weiterbeschäftigung wird von den Gerichten aber im Allgemeinen verneint.

Man notiere sich zu den freien Stellen, die man gefunden hat auch, welche Zusatzqualifikation man evtl. benötigen würde, um diese Stelle ausfüllen zu können und in welcher Zeit man diese erwerben könnte. Eine Einarbeitungszeit von 3-6 Monaten ist dabei für den Arbeitgeber zumutbar.

Es ist nicht nötig, sich auf diese Stellen tatsächlich zu bewerben, da der Arbeitgeber vor dem Ausspruch der Kündigung nach dem ultima ratio- Prinzip verpflichtet wäre, dem Mitarbeiter eine entsprechende Stelle anzubieten.

Trotzdem sollte man sich auf mehrere dieser Stellen bewerben und den Bewerbungsprozess dokumentieren. Bei Standardabsagen sollte man auch noch mal nachfragen, was der Grund für die Absage war. Man zeigt damit dem Gericht, dass man willig war, auf einen anderen Arbeitsplatz zu wechseln, und auch Bereitschaft gezeigt hat, etwas Neues dazu zu lernen um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Das macht insgesamt einen besseren Eindruck vor Gericht. Der Arbeitgeber versucht nämlich gerne, die Mitarbeiter als unflexibel darzustellen.

Vergleichskandidaten


Um eine fehlerhafte Sozialauswahl nachweisen zu können, benötigt man Vergleichskandidaten, die eine ähnliche Tätigkeit ausüben jedoch jünger sind, nicht so lange bei der Firma oder die keine Kinder haben.

Davor schreckt viele zunächst zurück. Es sollte aber jedem klar sein, dass die Firma über diese Daten sowieso verfügt, dem betreffenden Kollegen aber nicht kündigen will sonst hätten sie es ja getan. Es ist also moralisch nicht verwerflich, Vergleichskandidaten anzugeben. Tut man dies nicht sinken die Chancen einen Kündigungsschutzprozess zu gewinnen drastisch.

Betriebsratsanhörung


Der Betriebsrat benötigt für seinen Widerspruch die persönlichen Daten des Mitarbeiters sowie Angaben zu seiner Arbeitssituation, wie sie in diesem beispielhaftn. Anhörungsbogen. enthalten sind. Diese Daten sollte man spätestens zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Interessenausgleichs/ Sozialplans beim Betriebsrat abgeben. Damit hilft man dem Betriebsrat erheblich, einen ordentlichen Betriebsratswiderspruch zu schreiben.
Mehr zu den Rechten des Betriebsrats finden Sie hier.

Übergabeprotokoll


Spätestens mit der Kündigung wird dem Mitarbeiter für gewöhnlich die Arbeit entzogen. Sonst könnte der Arbeitgeber sich ja nicht darauf berufen, dass die Arbeit entfallen ist. Man protokolliert daher genau, an welche anderen Mitarbeiter man seine Arbeit übergibt, um später gegebenenfalls nachweisen zu können, dass die Arbeit nicht entfallen ist, sondern nur umgeschichtet wurde.