Tarnen und Täuschen

Sozialverträgliche Lösungen. Wie gut das klingt. Doch wenn man hinter die Fasaden von Beschäftigungsgesellschaft und Aufhebungsvertrag sieht, erkennt man sehr schnell, dass es mit dem sozialverträglich nicht weit her ist. Sozialverträgliche Lösungen produzieren Arbeitslose, Menschen, die ohne dieses Angebot, mit einem Kündigungsschutzprozess ihren Arbeitsplatz hätten erhalten können.

Sozialverträglich ist hier also nichts. Die Gesellschaft muss die Arbeitslosen, die die Industrie mit diesem Modell produziert, unterstützen. Die Mitarbeiter stehen ohne Arbeit da. Der Vorteil der sozialverträglichen Lösungen liegt bei den Arbeitgebern. Nur für die Arbeitnehmer, die es sich leisten können, ihre Arbeit aufzugeben, ist diese Lösung günstig, für alle anderen nicht.
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Stellenabbau
- Sozialver. Stellenabbau


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Inken Wanzek,
Christine Rosenboom

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Sozialverträglicher Stellenabbau


Sozialverträglich bedeutet oft
still und leise entsorgt zu werden

Was versteht man unter sozialverträglichen Stellenabbau


Bei fast allen Ankündigungen von Personalanpassungsmaßnahmen - wie jetzt wieder bei SBS - wird versprochen, diese "sozialverträglich" durchführen zu wollen. Alle Möglichkeiten der Reduzierung der Personalzahlen mit Ausnahme von sofortigen betriebsbedingten Kündigungen, also Es wird gelegentlich versucht, auch betriebsbedingte Kündigungen als "sozialverträglich" zu bezeichnen, bloß weil man vorher andere Lösungen versucht hat, oder weil man gedenkt, sich an das Kündigungsschutzgesetz zu halten.

Welchen Vorteil hat der Arbeitgeber davon?

Man kann ja davon ausgehen, dass die Arbeitgeber diese Varianten nicht nur aus reiner Menschenfreundlichkeit immer öfter bevorzugen: Welchen Vorteil hat der Arbeitgeber dabei?

Da es nicht um betriebsbedingte Kündigungen geht, bestehen für den Arbeitgeber bei der Auswahl die Einschränkungen des Kündigungsschutzgesetzes nicht , also Der Arbeitgeber kann also neben der Reduzierung der Personalzahlen noch weitere Ziele verfolgen:

Nachteil für den Arbeitgeber bei Kündigungen


Bei betriebsbedingten Kündigungen besteht für den Arbeitgeber das Risiko von jahrelangen Kündigungsschutzprozessen mit ungewissem Ausgang, während bei "einvernehmlichen Lösungen" die Kosten von Anfang an feststehen. Nicht zuletzt spielt es sicher eine wesentliche Rolle, dass in der Öffentlichkeit Massenentlassungen ein negatives Bild auf ein Unternehmen werfen, wohingegen "einvernehmliche Lösungen" meist in aller Stille vor sich gehen. Auch innerhalb der Belegschaft will man eine lähmende Unruhe möglichst vermeiden.

Erfahrungen


In der Regel gehen Firmen stufenweise vor:
  1. zuerst ein befristetes Angebot an alle, die Firma zu verlassen ("vorzeitige Beendigung").
  2. dann ein Brief an einen "ausgewählten Kreis" mit der Mitteilung "Ihr Arbeitsplatz ist entfallen!" verbunden mit einem befristetes Angebot, in die beE zu gehen oder die Firma zu verlassen. Dieses Angebot ist häufig verbunden mit der Drohung zu kündigen, wenn es nicht angenommen wird.
  3. Ggf.Kündigung für alle, die das Angebot ausschlugen. In der Praxis wird zurzeit (Stand 2009) bei Konzernen nicht betriebsbedingt gekündigt - trotz vorausgehender Androhung. Gründe siehe Nachteile für Arbeitgeber.