Überschätzung

"Als wir die Daten nach Organisationsebenen analysierten, zeigte sich ein verblüffender Effekt:Im Vergleich zu Mitarbeitern mit niedrigerem Rang neigten hochrangige Führungskräfte eher dazu, sich bei 20 EI(emotionale Intelligenz)-Komponenten besser einzuschätzen, als sie von anderen bewertet werden.

Je höher der Rang einer Führungskraft, desto größer die Inflationsrate - das heißt, desto öfter war ihre Selbsteinschätzung im Hinblick auf eine Kompetenz besser als die Einschätzung durch andere. Führungskräfte mit dem höchsten Rang schätzten ihren Umgang mit anderen am wenigsten zutreffend ein."

Daniel Goleman, Emotionale Führung, S.127
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Inken Wanzek,
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Unternehmensführung


Die grundlegende Aufgabe von Führungskräften besteht darin,
in den Mitarbeitern, positive Gefühle zu wecken.
Leider gibt es meistens nur Vorgesetzte.

Bezeichnungen


Chief Executive Officer (CEO)
Chief Operating Officer (COO)
Chief Sales Officer (CSO)
Chief Information Officer (CIO)
Chief Technology Officer (CTO)
Chief Marketing Officer (CMO)


Motivation gegen Stellenabbau -
eine unternehmerische Betrachtung


Die UGW Event GmbH, Wiesbaden kam in einer Untersuchung über die Kosten mangelnder Motivation zu dem Ergebnis, dass durch Demotivation von Mitarbeitern ein wirtschaftlicher Schaden von 250 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland entsteht.

Wir haben untersucht wie sich ein Stellenabbau um 15 Prozent auf ein hypothetisches Unternehmen mit 12.600 Mitarbeitern, nennen wir es Elektro Bob AG, unter Berücksichtigung des Schadens durch die Demotivation der Mitarbeiter, finanziell auswirken würde. Dieser Rechnung haben wir die Kosteneinsparung durch Investition in Motivation der Mitarbeiter bei gleichzeitigem Verzicht auf Stellenabbau gegenübergestellt.

Basisdaten:
Bei den Untersuchungen der Gallup GmbH, auf die sich auch UGW bezieht, hat man festgestellt, dass durch mäßige Motivation pro Mitarbeiter einen Schaden von 6500 EUR entsteht, durch absolute Demotivation sogar 11.500 EUR. Weiter zeigten die Ergebnisse, dass durchschnittlich lediglich 12 Prozent der Mitarbeiter so motiviert sind, dass sie ihre Arbeitskraft voll in das Unternehmen einbinden können. 70 Prozent machen ihren Job bis hin zu Dienst nach Vorschrift. 18 Prozent sind total demotiviert. Ein Armutszeugnis für das Management in Deutschland. Diese Daten haben wir unserer Rechnung zugrunde gelegt.

  motiviert mäßig motiviert absolut demotiviert
Mitarbeiter
12 %
70 %
18 %
Unternehmerischer Schaden
pro Mitarbeiter in EUR
0
- 6.500
- 11.500


Verlust durch Demotivation bezogen auf Basisdaten:
Zunächst haben wir ausgehend von diesen Basisdaten berechnet, welches Gewinnoptimierungspotential vorhanden ist, wenn man in die Motivation der Mitarbeiter investieren würde. Dazu haben wir den Verlust berechnet, der durch Demotivation in diesem Unternehmen mit seinen 12.600 Mitarbeitern rechnerisch entsteht.

Gesamtzahl der Mitarbeiter
12.600
  motiviert mäßig motiviert absolut demotiviert
Anzahl der Mitarbeiter nach
Motivationsgrad in Prozent
12 %
70 %
18 %
Anzahl der Mitarbeiter nach
Motivationsgrad absolut
1512
8.820
2.268
Unternehmerischer Schaden
pro Mitarbeiter in EUR
0
- 6.500
- 11.500
Summe des unternehmerischen Schadens Mitarbeiter und Motivationsgrad in EUR
0
- 57.330.000
- 26.082.000
Unternehmerischer Schaden gesamt in EUR
- 83.412.000


Damit ergibt sich ein Gewinnoptimierungspotential von 83,4 Mio. EUR.

Investition in Motivation
Nun haben wir angenommen, dass durch Motivationsmaßnahmen 60 % der Mitarbeiter voll motiviert werden können, 35 % mäßig motiviert und weitere 5 % absolut demotiviert bleiben. Damit ergibt sich eine Gewinnsteigerung durch reduzierten Schaden von 47,5 Mio. EUR.

Gesamtzahl der Mitarbeiter
12.600
  motiviert mäßig motiviert absolut demotiviert
Anzahl der Mitarbeiter nach
Motivationsgrad in Prozent
60 %
35 %
5 %
Anzahl der Mitarbeiter nach
Motivationsgrad absolut
7560
4410
630
Unternehmerischer Schaden
pro Mitarbeiter in EUR
0
- 6.500
- 11.500
Summe des unternehmerischen Schadens Mitarbeiter und Motivationsgrad in EUR
0
- 28.665.000
- 7.245.000
Unternehmerischer Schaden gesamt in EUR
- 35.910.000
Durch Motivation reduzierter Schaden
(= 83.412.000 - 35.910.000)
47.502.000


Damit ergibt sich ein Gewinnzuwachs von 47,5 Mio. EUR und es verbleibt ein Gewinnoptimierungspotential von 35,9 Mio. EUR.

Demotivation bei Stellenabbau (9 von 10 werden demotiviert)
Sicher ist, dass die Mitarbeitermotivation in einem Unternehmen, das Stellen abbaut, deutlich sinkt, da die Angst um den Arbeitsplatz die Kreativität und das Denken blockiert. Neun von zehn Beschäftigten leiden unter betrieblich bedingten Ängsten, schreiben die Wirtschaftswissenschaftler Winfried Panse und Wolfgang Stegmann in ihrem Buch "Kostenfaktor Angst". Die Angst, so die Wissenschaftler, "ist Angst vor Abmahnungen und Kündigung, Benachteiligung und Mobbing durch Kollegen oder den Chef, wortgewaltigen Reaktionen des Chefs, möglicherweise noch vor versammelter Mannschaft". Dies sind allesamt Ängste, die im Rahmen eines Stellenabbaus auftreten. Man kann annehmen, so Panse und Stegmann, dass bei neun von zehn Mitarbeitern die Motivation sinkt. Diese Annahme und das obige Gallup-Modell liegen folgenden Berechnungen zugrunde:

Gesamtzahl der Mitarbeiter
12.600
  motiviert mäßig motiviert absolut demotiviert
Anzahl der Mitarbeiter nach
Motivationsgrad in Prozent
1,2 %
17,8 %
81 %
Anzahl der Mitarbeiter nach
Motivationsgrad absolut
126
2243
10.231
Unternehmerischer Schaden
pro Mitarbeiter in EUR
0
- 6.500
- 11.500
Summe des unternehmerischen Schadens Mitarbeiter und Motivationsgrad in EUR
0
- 14.579.500
- 117.656.500
Unternehmerischer Schaden gesamt in EUR
- 132.236.000


Die Demotivation durch einen Stellenabbau von 15 Prozent in unserem hypothetischen Unternehmen Elektro Bob AG würde folglich rein rechnerisch 132,2 Mio. EUR Schaden anrichten.

Stellenabbau
Durch den Stellenabbau spart die Elektro Bob AG Personalkosten von rund 102.420 EUR pro Mitarbeiter ein. Von diesen Einsparungen müssen jedoch bei einer angenommenen Abfindung in Höhe von 100.000 EUR pro Mitarbeiter und der Schaden durch die Demotivation der verbleibenden Mitarbeiter abgezogen werden.

  nach 1. Jahr nach 2. Jahr
Stellenabbau 15 % MA
1890
0
Entgelt pro MA
- 60.000
 
Lohnzusatzkosten 70,7 % des Entgelts nach Arbeitgeberverband GesamtMetall
- 42.420
 
Personalkosten pro MA
- 102.420
 
Erzielte Einsparungen bei Stellenabbau von 15%
193.573.800
193.573.800
Einmalige Kosten für Abfindungen
Annahme 100.000 pro MA
-189.000.000
0
Schaden durch Demotivation
-112.400.600
-112.400.600
Summe
-107.826.800
81.173.200
Gesamtschaden über zwei Jahre
-26.653.600


Fazit: "Motivation" das bessere unternehmerische Modell
Insgesamt ergibt sich bei einem Stellenabbau um 15 Prozent unter Berücksichtigung aller Einsparungen und Kosten der Demotivation, jedoch ohne Personalkosten für die Restrukturierung, ein Schaden von 26.653.600 Euro in einem Zeitraum von zwei Jahren.

Würde man stattdessen in die Mitarbeitermotivation investieren, könnte man ohne Personalabbau einen Gewinn von 47.502.000 Euro erzielen. Die Investition in die Mitarbeiter ist nicht besonders teuer. Sie kann bestehen aus Schulungen der Führungskräfte, menschliche Maßnahmen wie Lob, Anerkennung, Was man nicht braucht sind teure Showveranstaltungen. Sie sind ähnlich einzustufen wie Propaganda-Mails. Die Kosten dürften in jedem Fall unter den Personalkosten für die Restrukturierung liegen. Selbst wenn man nicht in Mitarbeitermotivation investiert (was ein Fehler wäre) ist das Modell "Stellenabbau" ein Verlustmodell.

Jeder Mitarbeiter, der motiviert ist, ist gleichzeitig ein Werbeträger, da er hinter seinem Produkt steht. Produktivität, Kreativität und damit die Innovationskraft steigen. Gesuchte Spitzenkräfte werden eher zu einem Unternehmen mit gutem Betriebsklima wechseln. Der Kundenservice wird bei motivierten Mitarbeitern deutlich besser ausfallen. Die Qualität wird steigen, die Fehlerquote sinken. Damit wird die Kundenzufriedenheit steigen und somit die Kundenbindung erhöht. Die Akquisition von Neukunden wird erleichtert.

Verzicht auf Stellenabbau und Investition in die Motivation der Mitarbeiter lohnt sich für ein Unternehmen nicht nur in finanzieller Hinsicht, es erzielt auch einen unbezahlbaren Imagegewinn.

Was sagen Mails vom Management über eine Firma aus?


Wir kennen Sie alle die motivierenden Worte in Managementmails: "Wir stellen uns den Herausforderungen. So können wir die Zukunft trotz schwieriger Marktbedingungen sichern. Dazu sind wir richtig und optimal aufgestellt ...". Die Mitarbeiter haben einen Namen dafür gefunden und nennen sie "Propagandamails". Die Worte bewirken nichts, erzeugen keine Motivation, keine Begeisterung, keinen Schwung. Warum? Weil der Mensch fühlt, dass sie hohl und leer sind, dass sie austauschbar sind und wirken, als seien sie von einem Mailgenerator erzeugt worden, der mit Plattitüden gespeist wurde.

"Als wir die Kultur und die Führungspraktiken, in diesem Unternehmen [das solche Mails verschickte] untersuchten", schreibt Daniel Goleman in seinem Buch Emotionale Führung "stellten wir wenig Flexibilität, Risikofreude, Innovation oder Kundenorientierung fest. Stattdessen fanden wir Mitarbeiter, die ohne Begeisterung tagein, tagaus dieselben Aufgaben erledigten und für die Vision des Unternehmensleiters nur Zynismus übrig hatten. Leider verschanzten sich viele Vorgesetzte hinter dem typischen Managementjargon, statt offene Gespräche mit ihren Mitarbeitern zu führen. Sie wissen nicht, was in der Organisation tatsächlich vor sich geht und welche Veränderungen nötig wären."

Fatal erinnert das an Siemens Com und Siemens Networks. Die Führung von Nokia Siemens Networks sollte nicht an ein Wunder glauben und denken, dass sich dieser Zustand mit dem Namen ändert. Sicher ist, dass die Belegschaft unter dem Damoklesschwert des ewigen Stellenabbaus nicht innovativ sein kann. Das zeigen die Geschäftszahlen der vergangenen Jahre deutlich. Daraus sollte man lernen - auch ein Management. Die Mitarbeiter brauchen ein Umfeld, in dem ein sicherer Arbeitsplatz normal ist, Gewinn nicht durch Stellenabbau, sondern durch Innovation, durch unternehmerisches Denken und gute Arbeit entsteht. Wir wissen, dass dies geht, doch dazu muss das Management sich ändern, Mut zur wirklichen Veränderung haben, bereit sein, nicht nur zu verwalten, sondern Raum für kompetente emotionale Führung schaffen.

Vielleicht gelingt eine friedliche Revolution von unten, um Nokia Siemens Networks zu einem Unternehmen zu machen, in dem Mitarbeiter wieder als Menschen gesehen werden. Kapazitäten sollten sich im Denken des Managements wieder zu Menschen wandeln, denn es sind die Menschen, die ein Unternehmen ausmachen, Menschen, die das Damoklesschwert nicht mehr akzeptieren wollen, Menschen, die Raum für Vernunft und Ideenreichtum in ihrem Unternehmen fordern, Menschen, die nicht mehr erleben wollen, dass ihr Kollege der heute noch unentbehrlich ist, morgen nicht mehr da ist, herausgedrängt mit psychischem Druck. Wir wollen keine Selektion mehr.

Sie als Management wollen nicht menschlich sein? Sie sagen, wir müssen Gewinn machen und bedienen nur das, was sich in Euro und Cent auszahlt? Dann sagen wir: Handeln sie unternehmerisch und schaffen Sie ein Umfeld für sichere Arbeitsplätze und zufriedene Mitarbeiter, denn "es gilt als erwiesen, dass positiv eingestellte Mitarbeiter ... einem Unternehmen mehr Gewinn einbringen. Es gibt sogar einen Logarithmus, der diesen Zusammenhang vorhersagt: Eine Verbesserung des Serviceklimas um ein Prozent bringt eine Erhöhung der Einnahmen um zwei Prozent. ... In 75 Prozent aller Fälle ließ sich ausschließlich anhand des Betriebsklimas erkennen, ob es sich um ein Unternehmen mit hohem oder niedrigem Gewinn und Wachstum handelte. ... Unsere Analysen lassen darauf schließen, dass das Arbeitsklima einen Unterschied von 20 bis 30 Prozent bei den Geschäftsergebnissen ausmachen." schreibt Daniel Goleman. Die Prognose für den Gewinn von Nokia Siemens Networks ist bei der derzeitigen von Com geerbten Mitarbeiterzufriedenheit schlecht.

Ein kleiner Erfolg nährt unsere Hoffnung, dass die neue Unternehmensführung unsere Hinweise in ihre Überlegungen einbindet. Das Management hat nach unserem Artikel veranlasst das Link-Chaos zur Nokia Siemens Networks Seite aufzulösen. Man kommt nun auch mit dem Link http://www.nokia-siemens-networks.com/ zu dieser Seite und landet nicht mehr bei Siemens. Auch die Domain www.nsn.com führt nicht mehr ins Nirwana. Nokia Siemens Networks scheint in den Kauf dieser Domain investiert zu haben. Nur die Naturbausteine www.nsn.de konnte sie nicht kaufen. Doch der Bandwurm http://www.nokiasiemensnetworks.com/ ist als Hauptlink geblieben. Wir werden ihn liebevoll weiter so nennen.

Denken Sie als Management darüber nach, ob es sich nicht auch für Sie rentiert, für ein Unternehmen zu sein, in dem die Kommunikation so offen ist, dass jeder es wagt, mit seinem vollen Namen hinter seiner Kritik zu stehen. Wagen werden Mitarbeiter dies nur, wenn das Damoklesschwert Stellenabbau im Museum für einfallsloses Management landet. Nur dann, wenn alle Mitarbeiter in einem internen Diskussionsforum Synonyme nicht mehr annehmen, dann hat Nokia Siemens Networks den Kulturwandel zum Besseren und damit in eine dauerhafte Gewinnzone geschafft.

"Du" zu sagen und sich beim Vornamen zu nennen, genügt dafür nicht, genau genommen spielt das überhaupt keine Rolle. Die entscheidende Rolle spielt der Chef, der virtuos auf dem Instrument emotional intelligenter Führung spielen kann. Dies sind Führungskräfte der neuen Generation. Gibt es diese in einem Unternehmen, dann gehören auch Propagandamails der Vergangenheit an.

Insidertransaktionen


Es wurde gefragt, warum die Aktienverkäufe von Siemens Vorstandsmitgliedern und Aufsichtsräten im Internet zu finden sind und warum diese als Insidertransaktion bezeichnet werden. Deshalb möchten wir diesen interessanten Sachverhalt erklären. Ein aktuelles Beispiel Siemens haben wir bei Yahoo! Finanzen gefunden. Die Überschrift "NACH § 15a WpHG GEMELDETE INSIDER TRANSAKTIONEN" weist schon darauf hin, dass zwischen strafbaren und nicht strafbaren Insidertransaktionen zu unterscheiden ist.

Am 21.2.2007 verkaufte beispielsweise Ralf Heckmann, von der IG Metall in den Aufsichtsrat der Siemens AG entsandt, 234 Aktien zu 85,25 EUR pro Stück und erzielte damit ein Ergebnis von 19.948,50 EUR. Mit dieser Insidertransaktion bewies er eine geschickte Hand, verkaufte er doch fast zum 52 Wochen Hoch (86,12 EUR) der Siemens-Aktie.

Eine ganz so glückliche Hand hatte ich leider nicht, da ich meine Aktien am 11.12.06 zu früh, nämlich zu einem Kurs von 73,38 EUR verkaufte. Dieser lag zwar über dem Kurs, den die Vorstände Kleinfeld, Reinhardt, Krubasik und Sharef im September erzielten, hätte ich aber so lange gewartet wie Ralf Heckmann, dann hätte ich heute etwa 2200 EUR mehr auf dem Konto. Ärgerlich.

Was ist ein Insider?
Insider ist jedes Organmitglied der Aktiengesellschaft, also Aufsichtsrat oder Vorstand, bzw. jemand, der in der Aktiengesellschaft Führungsaufgaben wahrnimmt.

Ralf Heckmann beispielsweise ist als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Siemens AG ein Insider. Ich als normaler Mitarbeiter bin kein Insider.

Was muss ein Insider nun tun, wenn er Aktien verkauft?
Alle Transaktionen, die ein Insider mit den Aktien seiner Firma tut, ob das kaufen oder verkaufen ist, ist eine Insidertransaktion und muss als solche nach § 15a WpHG innerhalb von fünf Tagen dem Emittenten (in unserem Falle also Siemens) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitgeteilt werden.

Verkauft Ralf Heckmann also Siemens Aktien, dann muss er dies Siemens und der BaFin mitteilen.

"Hat ein Inlandsemittent [Siemens] von einem Mitteilungspflichtigen [Heckmann] eine Mitteilung nach § 15a Abs. 1 WpHG erhalten, so hat er diese unverzüglich Medien [z.B. Yahoo! Finanzen] zuzuleiten, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass sie die Information in der gesamten Europäischen Union und in den übrigen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum verbreiten und der BaFin unverzüglich einen Beleg über die Zuleitung zu übersenden.", so die BaFin.

Wenn also Siemens von einem Aufsichtsratsmitglied wie Ralf Heckmann erfährt, dass dieser Siemens-Aktien verkauft hat, dann muss Siemens dies unverzüglich der Presse mitteilen. Natürlich hat Siemens entsprechend dieses Gesetzes gehandelt. So kommt es, dass Yahoo! Finanzen diese Transaktion als Insidertransaktion veröffentlicht hat. Es handelt sich also um einen ganz normalen Vorgang für jedes Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied.

Wann ist eine Insidertransaktion strafbar?
Eine Insidertransaktion ist nach § 38 WpHG strafbar, wenn der Insider Kenntnisse über kursrelevante Informationen (Insiderinformationen) bei Aktiengesellschaften, die der Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind, für Börsengeschäfte zu seinem Vorteil ausnützt. Ebenso strafbar wäre die Verbreitung dieses Wissens im Bekanntenkreis.

Wir hoffen, dass damit alle Unklarheiten bzgl. dieses Themas geklärt sind.